Martin Quick

Digital Marketing Trends in 2019: Was wird wichtig?

Auch in diesem Jahr hat sich wieder viel in der SEO- und Content-Marketing-Welt getan. Die Online-Marketing-Agentur artaxo lässt die wichtigsten Entwicklungen Revue passieren und stellt die 10 SEO- und Content-Marketing-Trends für das Jahr 2019 vor.

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SEO-Trends 2019: Das beschäftigt die Branche im nächsten Jahr

Viele der Themen aus dem letzten Jahr bleiben auch in 2019 relevant. Unter anderem User Experience, Voice Search, Mobile First Index sowie der Indexierung von Javascript-Anwendungen, die wir hier erläutern. Hier sind unsere SEO-Trends für das Jahr 2019 zusammengefasst:

1. Mobile First

Der in diesem Jahr ausgerollte Mobile First Index wird auch im nächsten Jahr eine große Rolle spielen, da die Umstellung wohl noch einige Zeit andauern wird. Als Website-Betreiber solltest du jedoch schnellstmöglich sicherstellen, dass du deinen Nutzern mobiloptimierte Seite anbieten kannst. Aus SEO-Perspektive ist Grund dafür nicht nur die Tatsache, dass Google fortan Websites auf Basis ihrer mobilen Version bewertet. Viel wichtiger sind die Nutzer. Denn immer mehr Menschen surfen auf ihren mobilen Endgeräten. Mit einer mobiloptimierten Website erfüllst du daher im besten Fall die Bedürfnisse deiner Nutzer.

Unser Tipp: Erstelle deine Website in einem responsivem Webdesign. Mit dem Test auf Optimierung für Mobilgeräte kannst du prüfen, ob die mobile Präsenz deiner Website fehlerfrei angezeigt werden kann und nutzbar ist. Prüfe zudem deine Markup-Struktur: Verwende mindestens ein relevantes Markup pro Seite und achte darauf, dass das Markup sowohl für die Desktop-Version als auch für die mobile Variante gleich verwendet wird.

2. Website-Geschwindigkeit

Mit dem "Speed Update" im Juli 2018 sind auch die Ladezeiten einer Website ein Ranking-Faktor für die mobile Suche geworden. Bei langsamen Websites können bereits kleine Verbesserungen der Ladezeit einen positiven Einfluss auf das Ranking haben. Damit erhält die Performance einen immer höheren Stellenwert. Zwar stellte Google klar, dass dieser Faktor nur einer von vielen ist, der Einfluss auf das Ranking hat. Dennoch wird Seitenbetreibern empfohlen, die Ladezeit ihrer Websites zu optimieren. Weil Nutzer schnellstmöglich Antworten auf ihre Suchanfragen erhalten wollen, springen sie bei langsam ladenden Websites öfter ab und kehren auf die Suchergebnisseite zurück. Dies sendet hinsichtlich der Website ein negatives Nutzersignal an die Suchmaschine. Mittlerweile versendet Google sogar Warnmeldungen an besonders langsame Websites.

Unser Tipp: Um die Website Performance zu überprüfen, empfehlen wir das gerade neu gestaltete PageSpeed Insights Tool von Google.

3. Nutzersignale

Im Jahr 2018 waren Nutzersignale ein großes Thema. Auch im nächsten Jahr werden sie die Online-Marketing-Branche weiter beschäftigen. Nutzersignale wie z. B. Verweildauer, Absprungrate, CTR und die Back-To-SERP-Rate haben Einfluss auf das Ranking. Die CTR (Click Through Rate) gibt dabei an, wie oft sich Nutzer tatsächlich von der Suchergebnisseite zu einer Website durchklicken. Die Back-To-SERP-Rate zeigt dagegen an, wie oft Nutzer von einer Webseite wieder zur Suchergebnisseite zurückkehren, weil sie womöglich keine zufriedenstellende Antwort auf der Webseite erhalten haben.

Dieses Jahr nimmt die Bedeutung von Nutzersignalen aus folgenden Gründen zu:

  1. Nutzersignale liefern viele Daten über das Verhalten und die Intention der Nutzer
  2. Suchmaschinen setzen bei der Optimierung ihrer Produkte immer mehr auf Machine Learning, sprich Künstliche Intelligenz
  3. Künstliche Intelligenz kann besonders gut Muster aus umfangreichen Datensätze erkennen und dadurch Rückschlüsse auf die Intention der Nutzer ziehen. Diese können wiederum für die Optimierung der Rankings verwendet werden

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Nutzersignale sind für jede Website empfehlenswert. Unabhängig davon, ob sie die Rankings auf Suchergebnisseiten direkt beeinflussen oder nicht.

Unser Tipp: Überprüfe, wie genau deine Tracking-Tools die Nutzersignale von deiner Website messen. Sollten diese Einstellungen keine sinnvollen Daten produzieren, lege lieber eigene Events an, um das Verhalten deiner Nutzer zu tracken (hier ein Beispiel zur Tracking-Optimierung der Absprungrate).

4. Voice Search

Der große Durchbruch der Sprachsuche lässt zwar noch immer auf sich warten, dennoch belegen Berichte den steigenden Absatz von virtuellen Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant und Co. In Deutschland besitzen laut repräsentativer Umfrage von Next Media Hamburg aus dem Mai lediglich 14 Prozent einen virtuellen Sprachassistenten. Prognosen gehen jedoch davon aus, dass die Nutzerzahl im nächsten Jahr weltweit um knapp 35 Prozent steigen wird.Im Vergleich zu geschriebenen Suchanfragen sind die gesprochenen meist länger und komplexer. Oft werden sie sogar als ganze Frage formuliert. Zudem wird meist nur ein Ergebnis von den Treffern der Suchergebnisseite vorgelesen. Darüber hinaus testet Google aktuell mit ausgewählten News-Publishern das sogenannte Speakable Markup. Mit dieser strukturierten Aufzeichnung werden Textpassagen in Artikeln kenntlich gemacht, die leicht von Sprachassistenten vorgelesen werden können. Verläuft der Test erfolgreich, wird womöglich jede Website die Möglichkeit erhalten, dieses Markup zu nutzen, um Sprachassistenten vorlesbare Textpassagen anzubieten.

Unser Tipp: Um für die Zukunft im Digital Marketing gewappnet zu sein, solltest du deshalb deine Website hinsichtlich Voice Search optimieren. Finde heraus, welche Fragen deine  Zielgruppe stellt und beantworten diese auf deiner Website kurz und prägnant. Beispielsweise in Form von FAQ-Seiten. Nutze für die Recherche von Fragen Tools wie AnswerThePublic oder Ubersuggest. Alternativ kannst du auch deinen Kunden-Support bitten, die Fragen, die deine Kunden stellen, zu protokollieren.

5. OnSERP-SEO

Auf Position eins auf Googles Suchergebnisseiten zu ranken, bedeutet heute nicht mehr, dort auch als erstes angezeigt zu werden. Stattdessen spielt Google immer mehr ausgewählte Inhalte auf der sogenannten Position 0 aus und plant dies in Zukunft noch mehr zu tun. Zu diesen Inhalten gehören sogenannte Featured Snippets, Direct-Answer-Boxen sowie Karussells für Bilder und Videos. So kann der Nutzer die Antwort auf seine Frage oftmals direkt auf der Googles -Suchergebnisseite finden. Ohne, dass er die eigentliche Website aufrufen muss, welche die Information bereitstellt. Das ist gut für die Nutzer, aber potentiell schlecht für Sie als Website-Betreiber.

Unser Tipp: Dieser Entwicklung kannst du auf zwei Arten entgegenwirken. Versuche, die Inhalte deiner Website so zu optimieren, dass sie von Google auf Position 0 angezeigt werden. So kannst du in vielen Fällen deinen Traffic steigern oder zumindest Aufmerksamkeit für deine Marke erlangen. Hierfür werden im nächsten Jahr wahrscheinlich auch die strukturierten Auszeichnungen von FAQs und Anleitungen wichtig. Zweitens solltest du viel Wert darauf legen, deine Marke in den Köpfen Ihrer Nutzer zu etablieren. So wirst du unabhängiger von Google als Traffic-Quelle.

6. Rich Content

Zum Thema OnSERP-SEO hat Google auch angekündigt, dass visuelle Inhalte wie Videos und Bilder (sogenannter Rich Content) in der Suche wichtiger werden sollen. Zum Beispiel können in Zukunft auch Videos vermehrt als Featured Snippets ausgespielt werden. Zudem hat Google dieses Jahr immer wieder getestet, Snippets mit kleinen Vorschaubildern aufzuwerten. Suchmaschinen werden auch immer besser darin, Bilder und Videos zu erkennen. Der Durchbruch der Visual Search, bei der Bilder als Alternative zu Suchbegriffen hochgeladen werden können und Suchmaschine tatsächlich anhand der Merkmale des Originals ähnliche Bilder sucht, steht also auch bald an. Die Google Lens zeigt beispielsweise jetzt schon, welches Potential diese Art der Suche hat.

Unser Tipp: Verabschiede dich endgültig von Stockfotos und erstelle für deine Websites eigene, aussagekräftige Bilder und Videos. Momentan sollten aber der Dateiname, das Alt-Tag und die Bildunterschrift auf jeden Fall noch auf relevante Keywords optimiert werden, wenn dies den Inhalt des Bildes gut beschreiben.

7. JavaScript und SEO

JavaScript wird aktuell immer beliebter und die Anzahl an Websites, die auf JavaScript basieren nimmt zu. Lange Zeit haben sich JavaScript und SEO jedoch nicht wirklich vertragen. Denn Google und Co. konnten den JS-Code nicht crawlen, wodurch diese Inhalte für die Suchmaschinen nicht brauchbar waren. Durch eine verbesserte Technik hat sich dies aber mittlerweile geändert und Google ist zum Beispiel in der Lage, JavaScript zu crawlen und zu rendern. Aus SEO-Sicht kann also nicht mehr pauschal gesagt werden, dass sich JavaScript nicht für Websites eignet. Im Oktober 2018 kündigte John Mueller von Google zudem an, dass die Bedeutung von JavaScript für SEOs zunehmen wird.

Unser Tipp: Entwickle ein grundlegendes Verständnis für JavaScript und lerne, worauf es bei der Suchmaschinenoptimierung von JavaScript-Anwendungen ankommt. Setzte dich mit den Möglichkeiten von Dynamic Rendering auseinander und nutze beispielsweise Tools wie prerender.io, um das Rendern von JS-Seiten zu optimieren.

Content Marketing Trends 2019

Auch im Content Marketing solltest du im neuen Jahr ein paar Themen unbedingt im Auge behalten. Dazu gehören:

1. Livestreaming

Wie lässt man seine Kunden heutzutage direkt, live, ortsunabhängig und in Farbe an großen Ereignissen teilhaben? Natürlich über Livestreams. Das Streamen von Konferenzvorträgen oder Ankündigungen von neuen Produkten via Stream werden immer beliebter. Aktuell bieten viele Plattformen die Möglichkeit an, Livestreams umzusetzen. Dazu gehören zum Beispiel YouTube, Facebook, IGTV und Twitch. Das enorme Potential für Unternehmen, in direkten Kontakt mit Ihrer Zielgruppe zu treten, wird aber noch nicht voll ausgeschöpft. Neben der virtuellen Teilnahme an Großereignissen kann Livestreaming auch dafür genutzt werden, Einblicke in den Alltag von Unternehmen oder speziellen Mitarbeitern zu gewähren.

Unser Tipp: Wenn du auf der Suche nach Influencern für deine nächste Werbekampagne bist oder einen neuen Distributionskanal für kurze Ads suchst, dann schau dir doch mal die Streaming-Plattform Twitch an. Oder probiere selbst aus, einen Livestream zu starten.

2. Stories First

Kunden wollen sympathische Unternehmen zum Anfassen. Lasse Kunden mit Hilfe von Storys in dein Unternehmen blicken und an Aktivitäten teilhaben. Denn Stories sind nicht mehr im Kommen. Storys laufen mittlerweile den Feeds ihrer jeweiligen Plattform den Rang ab. Snapchat brachte den Story-Rubel ins Rollen, Instagram zog sehr erfolgreich nach und auch Facebook, WhatsApp und andere Plattformen nutzen die beliebte Funktion. Facebook will die Stories jetzt auch in die Gruppen seiner Plattform bringen, so dass auch Nicht-Follower mit einem spezifischen Interesse direkt angesprochen werden können.

Unser Tipp: Die beliebtesten Stories sind die, die nahe am Leben stattfinden. Sie müssen nicht professionell aufgezogen sein, denn der Zuschauer möchte sehen, wie es wirklich ist. Zeige  deinen Kunden Interessantes, Witziges oder Neues aus deinem Unternehmen.

3. Transparenz

Jeder Zweite findet laut einer Studie Influencer unglaubwürdig. Influencer versuchen, ähnlich wie Marketer und Handelsvertreter, Produkte zu verkaufen. Das Ergebnis der Studie zeigt vor allem: Verbraucher werden immer kritischer. Übertriebene Versprechungen können sogar als betrügerisch wahrgenommen werden. Darüber hinaus findet der Verbraucher im Internet zahlreiche Informationen und Rezensionen, auch zu Produkten mit Mängeln. Deswegen verfolgen viele Unternehmen inzwischen die Strategie, so transparent wie nur möglich zu agieren. Hat ein Produkt offenkundig einen Mangel, bringt es nichts, wenn sie versuchen, diesen zu vertuschen. Besser ist, sie geben ihre Schwächen zu und sprechen negatives Feedback direkt an. Auf lange Sicht bindet eine transparente Kommunikation auch den Kunden an die Marke.

Unser Tipp: Kommuniziere mit deinen Kunden transparent und sei aufgeschlossen bei negativer Kritik. Regiere außerdem zeitnah auf das Feedback, damit kein Shitstorm entsteht.

Fazit

Um im digitalen Marketing in 2019 erfolgreich zu sein, sollten SEOs und Content Marketer sich nicht von altbekannten Aussagen abschrecken lassen, die auch in den letzten Jahren im Digital Marketing eine Rolle spielten: "SEO ist tot!", der Wettbewerb ist zu hoch, Google selbst mischt auf Position 0 als Konkurrent auf den SERPs mit und die alten Taktiken haben nur noch minimale Effekte. Wenn die Herausforderungen für Online Marketer zunehmen und die Komplexität steigt – dann wird die Belohnung im Falle des Erfolgs umso höher sein. Einzelne SEO- und Content-Maßnahmen mögen womöglich aussterben. Websites für Nutzer und Suchmaschinen zu optimieren, bleibt aber auch im neuen Jahr eine relevante Disziplin. Die Art der Optimierungen verändern sich stetig. Potenzial haben Strategien, die beispielsweise Voice Search, Visual Search, OnSERP-SEO oder Livestreaming in die Marketingplanung mit einbeziehen. Um die beste Taktik für gelungene Optimierungen in diesen Bereichen zu finden, müssen Sie testen, was funktioniert, und sich auf dem neuesten Stand halten. Wissen ist insbesondere in der SEO- und Online-Marketing-Branche eine harte Währung. Aus diesem Grund sind Weiterbildungsprogramm für Mitarbeiter und Teams unabdingbar. Fakt ist: Unternehmen werden in Zukunft von dieser Investition profitieren.


Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing werden auch im Digital Marketing und Leadership Programm Squared Online thematisiert. Weiter Informationen zum virtuellen Weiterbildungsprogramm gibt's hier:

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