Voice Search SEO: Wie werden Inhalte für die Sprachsuche optimiert?

Posted by Theresa Gloede on 30.01.2018 17:54:37

Digitale Sprachassistenten, wie der Google Assistant, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch immer mehr Unternehmen setzen sie für ihre Produkte und Dienstleistungen ein. Aber wie gelangen die Inhalte der eigenen Website in die Antworten der Sprachassistenten? Die SEO-Experten von artaxo geben Tipps, wie Sie Ihre Inhalte für die Voice Search optimieren können.

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Regelmäßig erläutern Ihnen Experten der Online Marketing Agentur artaxo relevante Themen aus dem Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO).

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Mehr als jeder zweite hat bereits einen digitalen Sprachassistenten benutzt

Das ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage von Kantar TNS im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Am populärsten unter den Deutschen Onlinern sind der Google Assistant, gefolgt von Siri, Cortana und Amazons Alexa. Ihre Nutzer sind eher jung und vorwiegend männlich. Interessant ist in diesem Zuge, dass es auch die jüngeren Altersgruppen sind, welche die meisten Bedenken gegenüber Sprachassistenten haben. Dabei geht es ihnen insbesondere um Datenmissbrauch und die Überwachung durch andere. Virtuelle Assistenten werden vor allem für den schnellen Zugriff auf Informationen genutzt, für die Suchmaschinensuche und als Navigation.

Das Marktforschungsunternehmen Comscore erwartet, dass bereitsim Jahr 2020 jede zweite Suchanfrage per Sprachbefehl erfolgt. Mehr Nutzer bedeuten gleichzeitig, dass es mehr Trainingsdaten für die Machine-Learning-Technologie der Sprachassistenten geben wird. Dadurch wird die Fähigkeit der Geräte, die natürliche Sprache zu verarbeiten, immer besser. Aus diesem Grund ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema SEO für die Sprachsuche auseinander zu setzen.

Wie unterscheidet sich die Sprachsuche von der herkömmlichen Suche?

Nicht alle verbalen Suchanfragen unterscheiden sich von der klassischen, textbasierten Suche – einige Unterschiede lassen sich feststellen. Im Vergleich zur textbasierten Suche, erfolgt die Suche per Sprachbefehl häufiger über das Smartphone. Darüber hinaus hat die Suche per Sprachbefehl häufig einen lokalen Bezug. Die sprachgesteuerten Suchanfragen sind oft länger, komplexer und dialogorientierter. So werden z. B. ganze Suchphrasen oder Fragen verwendet.

Welche Inhalte eignen sich für Voice Search SEO?

Für die Voice Search Optimierung sind vor allem zwei Arten von Inhalten relevant: Fakten und Infos (z. B. "Wie groß ist Angela Merkel?") sowie lokale Inhalte. Für diese Inhalte greift Google auf Ergebnisse aus der Web- oder Map-Suche zurück, oder zieht sich die Antworten aus Featured Snippets. Als Website-Betreiber sollten Sie deshalb den Fokus auf die Optimierung der Inhalte für diese Arten von Suchanfragen legen.

Wie optimiere ich meine Inhalte für Googles Sprachsuche?

Googles Webmaster John Mueller antwortete kürzlich in einem Central Office-Hour Hangout auf die Frage, was das Wichtigste sei, wenn man seinen Content für die Sprachsuche optimieren möchte: "Ich denke, das ist sehr kompliziert. Es ist noch sehr früh, um über dieses Thema zu sprechen und es gibt noch keine Patentlösung für jede Website." Dennoch gab Mueller einige hilfreiche Tipps zu Voice Search SEO, die wir zusammen mit weiteren Empfehlungen für Sie zusammengefasst haben.

Inhalte für Mobile optimieren:

Die Sprachsuche wird vor allem unterwegs genutzt. Zudem hat Google angekündigt, in diesem Jahr den Mobile First Index nach und nach einzuführen. Daher ist es für Sie unerlässlich, Ihre Inhalte für mobile Endgeräte zu optimieren.

Unser Tipp: Überprüfen Sie mit dem Mobile-friendly-Test von Google, ob Ihre Website mobil optimiert ist. Neben einem responsiven Design sollten Sie folgende Aspekte beachten:

  • Ladezeiten: Ihre Website sollte nicht länger als drei Sekunden benötigen, bis alle Inhalte geladen wurden. Überprüfen Sie die Ladezeit Ihrer Website mit dem Google-Tool Pagespeed Insights.
  • Daumenfreundlichkeit: Viele Nutzer bedienen ihr Smartphone vor allem mit dem Daumen oder dem Zeigefinger. Buttons sollten leicht anklickbar und daher nicht zu klein sein oder zu nahe beieinanderliegen.
  • Inhalte "above the fold": Gestalten Sie Ihre Inhalte möglichst übersichtlich, verständlich und strukturiert. Besonders die Inhalte "above the fold", die auf den ersten Blick und ohne Scrollen sichtbar sind, sollten ansprechend sein.

Strukturierte Daten nutzen:

Google versucht, Websites bestmöglich zu verstehen, um herauszufinden, welche Art von gesprochenen Suchanfragen zu diesen Seiten passen. Unterstützen Sie Google hierbei, indem Sie deutlich machen, worum es auf Ihrer Seite geht.

Unser Tipp: Nutzen Sie strukturierte Daten wie Schema.org-Auszeichnungen. Dadurch können Sie Ihre Inhalte mit weiteren Informationen anreichern und den Suchmaschinen verdeutlichen, welche Seiten bestimmte Suchanfragen beantworten.

Featured Snippets erstellen:

Digitale Sprachassistenten beantworten einfache Suchanfragen mit Inhalten aus dem Knowledge Graph. Für andere Fragen greift Google häufig auf Featured Snippets zurück. Featured Snippets sind hervorgehobene Suchergebnisse, die eine kurze, zusammengefasste Antwort einer Website beinhalten. Sie können verschiedene Formate haben, wie Texte, Listen, Tabellen oder sogar Videos. Sie werden über den organischen Suchergebnissen (Position null) angezeigt und wurden speziell für Endgeräte entwickelt, die Platz für nur wenige Suchergebnisse. Oder sogar nur eines, wie z. B. die Sprachassistenten. Featured Snippets werden automatisch von Google erstellt und sind nicht direkt beeinflussbar, ihre Entstehung kann allerdings durch bestimmte Maßnahmen begünstigt werden, z. B. durch die Nutzung von strukturierten Daten.

Unser Tipp: Überprüfen Sie gezielt, für welche Suchanfragen Featured Snippets angezeigt werden und versuchen Sie, bessere Antworten zu geben, um auf Position Null zu gelangen. Featured Snippets resultieren in der Regel aus "Was"- und "Wie"-Fragen, nutzen Sie daher Tools wie den KWFinder und den Keyword Explorer, um geeignete Keywords zu finden

Inhalte für die lokale Suche optimieren:

Die lokale Optimierung ist für die Sprachsuche unabdingbar. Stellen Sie dem Virtual Assistant daher möglichst korrekte, aktuelle und vollständige lokale Daten zur Verfügung. Besonders wichtig ist zudem, dass Sie Ihre lokalen Daten wie Adresse, Telefonnummer und Namen möglichst konsistent im Web verwenden.

Unser Tipp: Nutzen Sie unbedingt Brancheneinträge wie Google My Business, damit Ihr Unternehmen an relevanten Orten für Suchanfragen zu "in meiner Nähe" gefunden wird. Halten Sie Ihren Eintrag stets aktuell.

Nutzerintention erkennen:

Um bei der Sprachsuche auf Platz eins zu landen, müssen Sie die Fragen Ihrer Nutzer oder Kunden möglichst präzise vorhersehen können. Zudem ist es wichtig zu verstehen, welche Intention die Nutzer mit ihrer Anfrage haben. Wenn Sie Fragen und Intention kennen, sollten Sie möglichst konkrete Antworten auf die Fragen geben.

Unser Tipp: Nutzen Sie das Tool Answer the Public, um herauszufinden, welche Fragen Nutzer rund um bestimmte Suchbegriffe haben.

Gesprochene Sprache verwenden:

Passen Sie Ihre Inhalte an den Sprachstil der gesprochenen Suchanfragen an und nutzen Sie einen möglichst natürlichen Ton. Texte sollten so geschrieben sein, dass man sie ohne Probleme laut vorlesen könnte. Vermeiden Sie Taktiken wie Keyword Stuffing oder Texte, die nur für Suchmaschinen geschrieben sind.

Unser Tipp: Fragen Sie Ihren Kundenservice, welche konkreten Fragen häufig gestellt werden. Erstellen Sie daraus FAQ-Seiten, auf denen Sie die wichtigsten Fragen präzise beantworten. Diese erhöhen gleichzeitig die Chance, in einem Featured Snippet angezeigt zu werden.

Longtail Keywords nutzen:

Aufgrund der längeren, gesprochenen Suchanfragen in der Sprachsuche, sollten Sie Ihre Inhalte auf Longtail Keywords hin optimieren. Diese Nischen-Keywords enthalten in der Regel mehrere, aneinandergereihte Begriffe oder ganze Keyword-Phrasen, die der gesprochenen Sprache ähneln. Sie richten sich zudem an eine spezifischere Zielgruppe, als generische Keywords.

Wie entwickelt sich die Sprachsuche weiter?

In Zukunft wird nicht nur die Frage und Intention, sondern auch die Stimmung der Nutzer mehr Einfluss auf die Suchergebnisse haben. Zudem wird die Monetarisierung der Voice Search für Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus werden immer mehr Inhalte für die Voice Search relevant: z. B. Podcasts, Rezepte und News. In diesem Zusammenhang hat Google erst kürzlich das Verzeichnis "Google Assistant Actions" ins Leben gerufen: Es gibt einen Überblick über Handlungen, die durch Suchbefehle des Google Assistenten ausgelöst werden und durch die Inhalte auf bestimmten Websites gefunden werden. Seitenbetreiber können die "Actions"-Seiten ihrer Inhalte einsehen, die Informationen bearbeiten sowie die Auffindbarkeit der Inhalte einstellen.

 

Fazit

Die Sprachsuche steht immer noch am Anfang. Sie wird sich in den kommenden Jahren jedoch stark weiterentwickeln. Versuchen Sie deshalb jetzt, die Potenziale in dem Bereich zu erkennen, die für Sie relevant sind. Unsere Tipps für die Voice Search SEO können dabei unterstützen: Beginnen Sie deshalb damit, Ihre Website für die Sprachsuche zu optimieren. Hier gilt es, sich über die Relevanz von Featured Snippets bewusst zu werden. Beantworten Sie die Fragen Ihrer Kunden und Nutzer möglichst präzise. Optimieren Sie Ihre Website für die lokale und mobile Suche sowie Ihre Inhalte für die Sprachsuche.

 


Über den Autor

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Die artaxo GmbH ist eine Hamburger Online Marketing Agentur, die über einzigartige Fach- und Marktkenntnisse verfügt. Durch das Zusammenspiel ihrer Fachkompetenzen in den Bereichen SEO und Content Marketing, sorgt die Agentur für eine langfristig stabile Sichtbarkeit durch suchmaschinenoptimierten, ansprechenden Content. Die Autorin dieses Beitrags ist Louisa Wanjek, die als Social Media Managerin bei der artaxo GmbH verschiedene Kundenprojekte im Bereich Content Marketing verantwortet und sich mit aktuellen Online-Marketing-Trends beschäftigt.

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