Imke de Kuijper 04.05.2021

Gemeinsam mehr erreichen: 4 Arten, das Mitarbeiter-Engagement zu stärken

Als Führungskraft liegt es zum großen Teil in deiner Verantwortung, für die Zufriedenheit des Teams zu sorgen. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit bringt viele Vorteile, wie zum Beispiel ein besseres Arbeitsklima und einen höheren Return on Investment, denn motivierte MitarbeiterInnen bringen bessere Leistungen. Im Modul 4 des Squared Online Kurses steht ebenfalls Leadership im Fokus, ganz besonders: andere einbeziehen. Dabei lernst du, wie ein guter Leader Strategien festlegt, um alle Teammitglieder einzubeziehen, dem Team Anerkennung und Feedback gibt und wie sich emotionale Intelligenz auf den Führungsstil ausprägt. Viel Verantwortung also, denn als Leader bist du automatisch ein Vorbild!

In diesem Beitrag gehen wir näher auf die Möglichkeiten ein, wie man als Führungskraft das Engagement der Mitarbeiter stärken kann. Bevor wir anhand eines Best Practice Beispiels, wie die Geschäftsführung auch während einer schwierigen Zeit, wie der Corona-Pandemie, gelingt, klären wir zu Beginn die Frage: Was ist denn Mitarbeiter-Engagement? Danach listen wir vier Möglichkeiten auf, wie du mehr Leadership zeigen kannst und so deine MitarbeiterInnen ganz nebenbei zu MarkenbotschafterInnen machst.

 

Mitarbeiterzufriedenheit-Kreis-Mitarbeiter-Engagement-Squared-Online

Indem du an der Mitarbeiterzufriedenheit arbeitest, erzeugst du viele andere positive Effekte,
die letztendlich den Unternehmenserfolg positiv beeinflussen. Quelle:
https://www.edenred.de/wissen/eblog/post/mitarbeiterbindung/mitarbeiterzufriedenheit-messen/

Was ist Mitarbeiter-Engagement?
Für viele ist dies eine berechtigte Frage! Unter Mitarbeiter-Engagement versteht man allgemein hin die emotionale Verbundenheit der Angestellten zu ihrem Job, zum Unternehmen oder zu ihrem Auftrag. Durch diese Kennzahl können Aussagen über die Qualität der Unternehmenskultur eines Unternehmens getroffen werden. Es lässt sich sagen, dass ein höheres Mitarbeiter-Engagement zu mehr Vorteilen bei den Unternehmen führt!

Best Practice Beispiel: Hilton-Hotelkette

Gerade während der Corona-Pandemie ist die Mitarbeiterzufriedenheit vielerorts gesunken. Umso wichtiger ist es daher für Führungskräfte, zu wissen, wie sie ihr Team auch in schwierigen Zeiten motivieren können. Dies ist zum Beispiel der Hotelkette Hilton optimal gelungen.

Im „Hilton Senior Leadership Business Immersion Program“ werden Angestellte in Führungspositionen für drei Tage im Herzen des Hotels eingesetzt, also zum Beispiel bei der Reinigung, bei der Lebensmittelzubereitung oder in der Haustechnik. So kommen MitarbeiterInnen und Führungskräfte miteinander ins Gespräch. Führungskräfte zeigen, dass sie sich auch für praktische, körperlich anstrengende Arbeiten nicht zu schade sind, was wiederum die Motivation anderer MitarbeiterInnen deutlich erhöht hat.

Das Programm wurde während der Corona-Zeit erweitert, da durch die niedrigere Anzahl an Gästen mehr Zeit für derartige Experimente vorhanden war. Die Führungskräfte haben auf der Basis ihrer Erfahrungen viele kleinere und größere Änderungen in der Hilton-Hotelkette angeregt. Alle MitarbeiterInnen wissen so, dass sie gehört und respektiert werden – genau das macht Leadership aus, ganz im Sinne von „walk a mile in your employees shoes!”

Vier Möglichkeiten, Leadership zu zeigen und die Mitarbeiterzufriedenheit zu fördern

In diesem TED-Talk siehst du, dass gute Leadership beim Leader anfängt und erhältst Tipps dafür,
wie du an dir selbst arbeiten kannst.

Ein wichtiger Teil deiner Marke ist das sogenannte Employer Branding. Dieses besagt, dass nicht nur die Produkte, sondern auch die Eigenschaften der Marke als Arbeitgeber sehr wichtig sind. Indem du dich für gute Leadership und für eine gute Arbeitsatmosphäre einsetzt, erhält deine Marke den gewünschten Ruf als attraktive Arbeitgeberin. Dies motiviert Angestellte und führt auch dazu, dass sich hochqualifizierte Personen mit der richtigen Einstellung bewerben.

Um das Engagement deines Teams zu erhöhen, ist es besonders wichtig, zuzuhören. Anstatt von oben herab (top-down) Änderungen umzusetzen, solltest du darauf hören, was sich deine MitarbeiterInnen wünschen und dies dann gemeinsam mit ihnen realisieren (bottom-up).

Die folgenden drei Schritte helfen dir dabei, Mitarbeiterzufriedenheit und Engagement zu verbessern:

1)      Zunächst gilt es, das aktuelle Engagement des Teams sowie die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen zu messen, etwa durch anonyme Fragebögen.

2)      Als Nächstes ist es wichtig, innerhalb der Arbeitsgruppen über spezielle Herausforderungen oder Unzufriedenheiten zu sprechen.

3)      Die Ergebnisse dieser Messungen solltest du mit dem Team teilen, und zwar auf ungezwungene Art und Weise. So kann das Gespräch über verbessertes Engagement und Maßnahmen, die zu mehr Zufriedenheit führen, beginnen.

Motivation teilen und aufrechterhalten

Als Führungskraft hast du eine wichtige Vorbildfunktion. Dazu gehört auch, dass du deinem Team vermittelst, warum du an die Marke glaubst. Dieses „Why“ hilft dabei, Vertrauen zu schaffen und das Team mit deiner Begeisterung anzustecken. Schrecke daher nicht davor zurück, deine Motivation – auch, wenn sie ganz persönlich ist – zu teilen.

Dazu gehört eine offene und ehrliche Kommunikation. Denn nur, wenn du dein Team von der Marke begeistern kannst, gelingt das auch mit KundInnen. Ein gutes Beispiel ist Google: MitarbeiterInnen sind stolz darauf, zum Team zu gehören, und tragen diese Einstellung auch nach außen.

Die folgenden Maßnahmen helfen Google dabei, die Motivation des Teams aufrechtzuerhalten:

  •  Regelmäßige Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit
  • Kreative Arbeitsmöglichkeiten sowie Freizeitangebote auf dem Campus
  • Events wie „Online-Lagerfeuer“, in denen Führungskräfte und MitarbeiterInnen zusammen brainstormen und Geschichten austauschen
  • Offene, oft lustige Arbeitskultur, die die MitarbeiterInnen in den Vordergrund stellt
  • Erfolgreiche Teammitglieder werden öffentlich gelobt, erhalten einen Bonus oder eine andere Art der Wertschätzung
  • Unterstützung von Weiterbildungen


Durch Authentizität Vertrauen aufbauen

Vertrauen ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Auch hier musst du als Führungskraft den ersten Schritt machen, deine Scheu überwinden und dich entsprechend positionieren. Zum Vertrauen gehört, dass du deinem Team zuhörst, dass es ehrlich mit dir sein kann, und dass du dich lernbereit und anpassungsfähig zeigst.

Gegenseitiges Vertrauen ist ein Bereich, der in vielen Unternehmen etwas zu kurz kommt. Denn viele MitarbeiterInnen haben das Gefühl, dass ihr Chef Ihnen nicht vertraut oder zuhört. Indem du, ähnlich wie bei Google, dein Team öfter zu Wort kommen lässt und ihm mehr kreative Möglichkeiten lässt, zeigst du, dass du Vertrauen hast.

Als Führungskraft musst du dich oft auch angreifbar machen. Das bedeutet, dass du zugeben können musst, wenn du auch nicht weiterweißt, wenn du einmal keine Ideen hast oder wenn du weißt, dass eine bestimmte Entscheidung falsch war. Arbeite daher daran, nicht nur ehrlich, sondern auch offen und proaktiv mit deinem Team über die Marke und das Business zu sprechen.

Authentizität ist ein weiteres wichtiges Schlagwort, wenn es um Vertrauen geht. Indem du mit deinen MitarbeiterInnen auf Augenhöhe sprichst und zeigst, dass du dir für die Arbeit nicht zu schade bist, gewinnst du viel Vertrauen. Das Beispiel der Hilton-Hotelkette zeigt, dass sich Mut auszahlt: Führungskräfte, die Seite an Seite mit ihrem Team arbeiten und wirklich zuhören, können viel bewegen und werden vom Team wertgeschätzt.

In die Arbeitskultur investieren

Die Arbeitskultur ist ein wichtiger Hinweis darauf, wie es in einem Unternehmen wirklich zugeht. Daher hängt sie eng mit dem Employer Branding und der Mitarbeiterzufriedenheit zusammen. Google zeigt, wie sich MitarbeiterInnen langfristig binden lassen. Jedoch sieht die Arbeitskultur in jedem Unternehmen etwas anders aus.

Als neue Marke hast du die Möglichkeit, gemeinsam mit deinem Team von Anfang an eine gute Arbeitskultur aufzubauen. Mithilfe von Umfragen und partizipativen Workshops könnt ihr die folgenden Fragen beantworten und entsprechende Maßnahmen in die Praxis umsetzen:

  • Welche Werte machen diese Marke aus? Wie können wir die Werte im Arbeitsalltag leben?
  • Wie arbeiten wir am besten und effizientesten miteinander?
  • Wie können wir kreatives, „out-of-the-box“-Denken anregen?
  • Durch welche Freizeitangebote oder andere Boni unterscheiden wir uns von anderen Arbeitgebern?
  • Bieten wir ausreichend Möglichkeiten für benachteiligte Gruppen an? Sind wir wirklich ein diverses Team?
  • Lernen wir voneinander und miteinander? Wie gehen wir mit Misserfolgen um?
  • Haben wir die Möglichkeit, uns auch außerhalb des Schreibtischs kennenzulernen?

 

Venn-Diagramm_Mitarbeiterzufriedenheit-Squared-Online

Dieses Diagramm zeigt, dass ein angenehmes Betriebsklima eine zentrale Voraussetzung für die Mitarbeiterzufriedenheit ist. Quelle: https://www.questionstar.de/thema/mitarbeiterzufriedenheit_messen_und_steigern/


Als Social Business sozialen Mehrwert stiften

Corporate Social Responsibility ist ein wichtiges Thema, denn immer mehr Menschen wünschen sich einen Job, mit dem sie positive Veränderungen bewirken können. Indem du deine Marke als Social Business konzipierst oder innerhalb des Unternehmens Möglichkeiten entwickelst, soziale und ökologische Werte umzusetzen, bietest du deinem Team diese wichtige Möglichkeit.

Dies bedeutet nicht, dass du dein Geschäftsmodell umkrempeln musst. Vielmehr geht es darum, gemeinsam mit dem Team nach Möglichkeiten zu suchen, die Marke nachhaltiger und sozialer zu machen. Sicherlich gibt es MitarbeiterInnen, die sich speziell mit diesen Werten auseinandersetzen möchten. Vielleicht können sie sogar als Intrapreneure ein Start-Up innerhalb der Marke aufbauen? Weitere Ideen dazu findest du hier.


Fazit: Employer Branding als Schlüssel zur Mitarbeiterzufriedenheit

Eine gute, moderne Führungspersönlichkeit schafft es, eine angenehme Arbeitskultur zu kreieren, MitarbeiterInnen zufriedenzustellen und immer wieder neue Talente anzuwerben. Umso wichtiger also, dass du als Leader mit gutem Beispiel vorausgehst und deine MitarbeiterInnen und ihre Zufriedenheit in den Vordergrund stellst. So verbessert sich auch automatisch dein Employer Branding.

Gerade in einer Krise wie Corona zeigt sich, wie wichtig Leadership ist. Nutze die aktuellen Herausforderungen daher, deinen MitarbeiterInnen besonders gut zuzuhören, um auch für die Post-COVID-Zeit und für eventuelle zukünftige Krisen gut aufgestellt zu sein. Indem du ehrlich und authentisch über deine Ziele als Leader kommunizierst, gelingt es dir, Vertrauen aufzubauen und das Team mit deiner eigenen Motivation anzustecken.

 

Du möchtest in deiner Rolle als Führungskraft wachsen oder dich für diesen nächsten Karriereschritt vorbereiten? Dann erfahre mehr über die Strategie und Leadership-Themen unseres Squared Online Kurs hier geht es zur Kursbroschüre!