Digital Leadership: Wie sich Führung im digitalen Zeitalter verändern muss

Geschrieben von Anna Wilke - veröffentlicht am 04.04.2017 14:09:24

Führung von Digital Natives

Nexters, Millennials, Generation Y und Z, Digital Natives - die neue Generation junger Arbeitnehmer hat viele Namen. Sie gelten als unpolitisch, verwöhnt, unzufrieden und hedonistisch. Aber sie sind auch flexibel, mobil und denken global. Und genau deswegen brauchen Unternehmen sie.

Denn um den disruptiven Wandel in die eigene unternehmerische Strategie und Unternehmenskultur zu integrieren, braucht es Mitarbeiter mit offenem Geist, die auch außerhalb festgesetzter Vorstellungsgrenzen denken können. Doch mit steilen Hierarchien, engen Regelwerken und festgefahrenen Strukturen lassen sich Digital Natives nicht gewinnen.

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Aber was wollen die jungen Arbeitnehmer von der Welt?

Das Beratungsunternehmen Deloitte befragt im Millennial Survey jedes Jahr Tausende 24- bis 34-Jährige aus 29 Ländern zu ihren Einstellungen in Bezug auf ihren Job und die Arbeitswelt. Das Ergebnis 2017: die Millennials in Deutschland blicken pessimistischer in die Zukunft als junge Menschen im weltweiten Vergleich. Sie haben Angst vor Terror, Krieg und Wegautomatisierung von Arbeitsplätzen. Gerade einmal einer von drei Befragten blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Aufgrund wachsender Unsicherheit wünscht sich die Mehrheit der Millennials klare Verhältnisse im Beruf. Die Festanstellung ist für zwei Drittel der Befragten der erstrebenswerteste berufliche Status. Während 75 Prozent einen festen Vollzeitjob wollen, wünschen sich gerade einmal 22 Prozent der Befragten als Freelancer Geld zu verdienen. Auf Kosten von Freiheiten im Job darf das allerdings nicht gehen.

Denn trotz Sicherheitsbedürfnis, wird den jüngeren Generationen Flexibilität immer wichtiger. Nur Arbeitgeber, die eine gesunde Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeiteinteilung anbieten, werden auf Dauer junge Arbeitnehmer halten können. Außerdem wird es jungen Arbeitnehmern wichtiger, dass sie eine sinnvolle Arbeit verrichten. Unternehmen sollen nicht mehr nur profitorientiert arbeiten, sondern sich auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden. 9 von 10 Millennials sagen, dass der Erfolg eines Unternehmens nicht nur durch finanzielle Kennzahlen definiert werden sollte. Junge Arbeitnehmer, die sich in ihrem Job sozial engagieren können, sind ihrem Arbeitgeber gegenüber deutlich loyaler.

Und was bedeutet das für Führungskräfte?

Für Chefs mit Führungsphilosophie Digital Leadership bedeuten die Studienergebnisse vor allem drei Dinge: Millennials sind auf der Suche nach Anerkennung, Sinnhaftigkeit und Freiheit.

Anerkennung

Die Digital Natives wissen was sie können, fordern aber auch viel Rückmeldung ein. Sie wünschen sich Lob von ihren Vorgesetzten und benötigen viel Aufmerksamkeit. Ein Jahresgespräch reicht da nicht mehr aus. Türen sollten jederzeit offen stehen.

Im ganzen Unternehmen sollte eine ausgeprägte Feedbackkultur herrschen. Auch der Chef selbst sollte Kritik seiner Mitarbeiter annehmen können.

Sinnhaftigkeit

Junge Talente wollen nicht mehr nur das große Geld verdienen, sondern sind auf der Suche nach dem Sinn. Sie wollen das Gefühl haben, dass ihre Arbeit eine Bedeutung hat. Daher schlägt beim Recruiting auch Uber die Automobilkonzerne und Airbnb die Kreuzfahrtunternehmen. Doch es geht nicht unbedingt nur darum, die Welt zu verbessern, sondern vielmehr alles hinterfragen und verstehen zu wollen. Die Generation Y will keine Arbeit erledigen, die unnütz erscheint. Führungskräfte müssen sich daher Gedanken machen, wie sie genau diesen Sinn vermitteln. Aufgaben sollten gut durchdacht und zweckmäßig sein.

Chefs sollten sich auch mit den Grundlagen des Storytellings auseinandersetzen. Wofür steht das Unternehmen? Warum sollte man einen Großteil seines Tages in diese Arbeit stecken? Wer die Unternehmensgeschichte authentisch vermitteln kann, kann auch Menschen erreichen und vor allem faszinieren.

Freiheit

Die Generation der Digital Natives arbeitet nach dem Motto “Output statt Input”. Es geht also nicht um Präsenz im Büro, sondern um das Endergebnis. Statt einem 9-to-5-Job wollen sie so flexibel wie möglich arbeiten: Gleitzeit, Home Office, Job-Sharing.

Und auch sonst wünschen sich die jungen Arbeitnehmer mehr Freiheiten im Beruf. Sie wollen sagen dürfen, was sie denken und neue Ideen umsetzen. Führungskräfte sollten versuchen ausreichend Freiräume im Unternehmen zu schaffen.

Dies bedeutet zusammengefasst: Die jungen Arbeitnehmer wissen um ihren Wert und dass der Fachkräftemangel dazu führt, dass sich das Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis in Zukunft umkehren wird. Unternehmen haben sich um ihre Bewerber zu kümmern. Und wenn die Bedingungen nicht stimmen, ziehen die gut ausgebildeten und selbstbewussten Talente weiter.

Die Deloitte Infografik zur Millenial Umfrage 2017 bietet Ihnen noch mehr Einblicke. 

Digital Leadership bildet außerdem den Rahmen des Digital Marketing Kurses von Squared Online

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Anna Wilke

Geschrieben von Anna Wilke

Anna Wilke absolvierte während ihres Volontariats bei Impulse Medien GmbH ein Praktikum bei AVADO Learning und schrieb für den Squared Online Blog über Themen rund um die Digitale Transformation.