Tim Fischer 03.05.22

How To: Weiterbildung im Online Marketing und das Team fit halten

"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück." Dieses berühmte Zitat des englischen Komponisten Benjamin Britten trifft den Nerv der heutigen digitalen Vermarkter*innen. Schließlich dreht sich die Marketingwelt in Rekordgeschwindigkeit weiter. Marketer*innen können daher nicht einfach zusehen und hoffen, dass heutige Methoden auf Dauer Bestand haben. 

 

Schließlich entwickeln sich Technologien und Plattformen weiter, Kaufprozesse ändern sich, Kundenanforderungen steigen und auch die Aufgaben des Marketings werden immer umfangreicher. Um damit umzugehen, gibt es nur eine Lösung: kontinuierliches Lernen. Aber wie können du und dein Marketingteam sich weiterbilden? Wie organisiert man eine Weiterbildung? Und wie viel solltest du für Weiterbildungen jährlich investieren? Die Antworten auf diese Fragen findest du in diesem Artikel. 

 

Es klafft eine große Lücke bei den Digital Marketing Skills 

Während die Unternehmen ihre Marketingstrukturen online aufbauen, hinken die dafür benötigten Kompetenzen und Kenntnisse hinterher. Nach Angaben des Chartered Institute of Marketing mit Sitz in Großbritannien stagnierten die digitalen Schlüsselkompetenzen der Marketer*innen zwischen 2020 und 2021 auf allen Führungsebenen oder nahmen ab. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Content- und Social-Media-Marketing, Online-Werbung, E-Commerce und Digital Strategy. Die Stagnation ist auf neue Analysemöglichkeiten und Technologien zurückzuführen, die die Komplexität des digitalen Marketings insgesamt erhöhen. 

 

Hinzu kommt, dass die Rolle des Marketings zunehmend datengesteuerter und technischer wird. Die traditionellen Marketing-Skills sind zwar immer noch wichtig. Mehr und mehr Arbeitgeber*innen bevorzugen allerdings Vermarkter*innen, die sich mit den neuesten Technologien auskennen und Analytik verstehen. Laut der Marketingweek ist die Nachfrage nach digitalen und datenbezogenen Fähigkeiten seit Beginn der Pandemie stark gestiegen, darunter Adserving (84,6 %) und Analytik (46,1 %).  

 

Darüber hinaus wurde in der Studie auch ein steigender Bedarf an spezifischeren Rollen im digitalen Marketing festgestellt: Social Media Coordinator (19,0 %), Community Manager (18,1 %) und Social Media Assistant (16,5 %). Bei den Führungspositionen in den Bereichen Marketing, Digitales und SEO zeigte die Studie ebenfalls einen starken Rückgang der Nachfrage: SEO Executive (-12,6 %), Digital Account Executive (-12,4 %) und Senior Marketing Executive (-8,2 %). Das zeigt, dass die Vielfalt der Kompetenzen in dieser sich schnell verändernden Landschaft mehr und mehr an Bedeutung gewinnt als die Erfahrung. 

 

Viele Unternehmen bereiten sich bereits auf den Fachkräftemangel vor und schulen ihre Marketingmitarbeiter*innen in Bezug auf digitale Kompetenzen. Unilever zum Beispiel bietet interne Schulungsprogramme an, die es den Beschäftigten ermöglichen, bis zu 20 % ihrer Zeit in einer anderen Funktion zu verbringen. Das Unternehmen schult außerdem seine eigenen Mitarbeiter*innen in der Durchführung von Workshops, sodass die Beschäftigten in einem sicheren und unterstützenden Umfeld voneinander lernen können. Dennoch gibt es viele Unternehmen, die die wachsenden Defizite bei den digitalen Kompetenzen der Marketer*innen unterschätzen. 

The-Art-of-Marketing-Podcast-by-Robin-Heintze

In Folge #47 spricht Beatrice Kemner im Interview mit Robin Heintze über Weiterbildung im Online Marketing Quelle: https://the-art-of-marketing.podigee.io/s5e14-weiterbildung-im-online-marketing


Beatrice Kemner, Leiterin der Produktentwicklung bei Headstart Studios, dem Anbieter von Squared Online im Raum DACH, sprach darüber in dem von Robin Heintze (Geschäftsführer von morefire) moderierten
Podcast 'The Art of Marketing' 

„Dass die Fähigkeit, immer wieder zu lernen und auch immer wieder offen für Neues zu sein, eine der wichtigsten Kompetenzen für die Zukunft ist, ist zwar vielen Unternehmen klar, es wird jedoch oft noch nicht danach gehandelt. Weiterbildung wird zu oft noch als Personalentwicklungsthema gesehen, statt als Thema mit unmittelbarer Businessrelevanz.” 

Learning starts from the top 

Im digitalen Marketing sind Veränderungen an der Tagesordnung. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du deine Kompetenzen ständig erweiterst, selbst wenn du als Führungskraft agierst. Nur so bist du in der Lage, dich an die Entwicklungen der Branche anzupassen.  

 

Der Schritt zu lebenslangem Lernen sollte daher nicht nur von den Arbeitnehmer*innen kommen. Laut Beatrice Kemner sollte dieses Thema auf der höchsten Ebene des Unternehmens verankert werden - vom Vorstand bis zur Leitung des Marketingteams. Als Führungskraft solltest du verstehen, dass Lernen eine Schlüsselkompetenz für die Zukunft ist und nicht nur eine Betriebsausgabe. Ohne die nötigen Fertigkeiten, um kritische Vorgänge durchzuführen, ist das Unternehmen zum Scheitern verurteilt.   

 

Operativ sollten auch die Marketingabteilung oder andere Geschäftsbereiche mit der Personalentwicklung zusammenarbeiten. Die Fachabteilungen geben die Perspektive über die benötigten Business-Kompetenzen vor, während die Personalentwicklung sich darauf konzentriert, diese Fähigkeiten zu erlernen und die Mitarbeiter*innen zu schulen. Ansonsten sollte die Personalentwicklung auch Weiterbildungen für die Beschäftigten organisieren, um ihre Kompetenzen zu erweitern und die Leistung zu steigern.  

 

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft investierten die Unternehmen im Jahr 2020 1.236 € pro Mitarbeiter*in in Weiterbildungen (das sind 16 % mehr als 2016). Auch in den nächsten fünf Jahren bleibt die Digitalisierung der wichtigste Treiber für Weiterbildungen. Das bedeutet, dass digitalisierte Unternehmen mehr Zeit und Geld in Fortbildungen investieren als andere Unternehmen. 

Betriebliches Lernen ist nicht mehr das, was es einmal war 

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie wir arbeiten, sondern auch die Durchführung von Unternehmensschulungen. Seitdem es keine Präsenzschulungen mehr gibt, sind die Beschäftigten offener für digitales Lernen geworden. Und das nicht nur wegen der pandemiebedingten Umstände. E-Learning bringt auch viele Vorteile mit sich:   

 

  • Zeitliche und räumliche Flexibilität  
  • Eine Demokratisierung des Zugangs für z.B. eingeschränkt mobile Menschen wie Eltern oder Ältere 
  • Eine viel engere Verzahnung mit dem Arbeitsalltag und damit eine höhere Anwendungswahrscheinlichkeit 

 

Doch reicht reines E-Learning aus? Nein, natürlich nicht. Zwar ist E-Learning für die Theorie äußerst effektiv. Dennoch ist es wichtig, dass die Mitarbeiter*innen das Gelernte auch schnell in die Praxis umsetzen können. Hier kommst du als Manager*in ins Spiel. Du kannst zum etwa kleine interdisziplinäre Taskforces bilden, die sich damit beschäftigen, wie die Trainingskonzepte bei der Arbeit angewendet werden können. 

 

Ebenso empfahl Beatrice Kemner auch pädagogische Formate, die Mitarbeiter*innen in Unternehmen zusammenbringen. Das ist besonders im Marketing wichtig, wo alle Teildisziplinen einen ganzheitlichen Blick haben müssen. Wenn alle den gleichen Standpunkt haben, werden Silos und Missverständnisse vermieden. Auch für die Mitarbeiter*innen ist es einfacher, zusammenzuarbeiten, wenn sie verstehen, wie die Disziplinen ineinandergreifen und vor welchen Herausforderungen jede Abteilung steht. 
 

So führst du eine erfolgreiche Weiterbildung durch 

Abgesehen von den unterschiedlichen Bildungsformaten ist die Art und Weise, wie du eine Weiterbildung durchführst, entscheidend für ihren Erfolg. Viele Unternehmen bevorzugen z.B. zwei- bis dreitägige Workshops. Hier verbringen die Beschäftigten eine bestimmte Anzahl von Tagen nur mit dem Lernen, ohne arbeitsbezogene Aktivitäten. Das Problem bei diesen Workshops ist, dass die Beschäftigten das Gelernte nicht wirklich bei ihrer Arbeit anwenden können. Oft vergessen sie das Gelernte schon wieder, wenn sie zurück ins Büro kommen. 

 

Deswegen entscheiden sich viele Unternehmen für kleinere Lerneinheiten über einen längeren Zeitraum. Wenn du deine Mitarbeiter*innen z.B. jeden Tag eine Stunde lang unterrichtest, können sie das Gelernte direkt anwenden. Das führt dazu, dass sie ihr Wissen besser behalten. Allerdings fühlen sich viele Beschäftigte durch die Kombination von Arbeit und Lernen überfordert. Deshalb ist es wichtig, dass du die Weiterbildung immer von den arbeitsbezogenen Aktivitäten trennst und deinen Teammitgliedern einen freien Kopf zum Lernen gibst.  

 

Tipp: Wenn du eine Weiterbildung für dein Team organisierst, solltest du darauf achten, dass deine Mitarbeiter*innen einen Nutzen daraus ziehen können. Es ergibt zum Beispiel keinen Sinn, deinem Social-Media-Team Programmier- oder Analysetechniken beizubringen, wenn sie dafür nicht zuständig sind. Das wird sie nicht nur verwirren. Sie werden auch nicht in der Lage sein, das Wissen zu behalten, da sie das Gelernte nicht in der Praxis anwenden. Schulungen sollten daher immer für das Jobprofil und die Aufgaben deiner Teammitglieder relevant sein. 

 

Fazit  

Im Jahr 2020 entfielen bereits 64,4 % der gesamten Werbeausgaben auf die digitale Werbung. Und es wird erwartet, dass dieser Anteil noch weiter steigen wird. So verbringen Kund*innen mehr Zeit in digitalen Kanälen und Unternehmen bauen ihre Online-Präsenz aus. Das sind gute Nachrichten für Marketingfachleute und Führungskräfte gleichermaßen. Schließlich arbeitest du in einem immer größer werdenden Bereich, in dem deine Zukunft gesichert ist. Doch ist das wirklich so?  

 

Nun, Digital Marketing ist eine der Branchen, die sich ständig weiterentwickeln. Um Schritt zu halten, müssen du und dein Marketingteam in der Lage sein, neue Fähigkeiten zu erlernen. Und nein, wir reden hier nicht nur von passivem Lernen, bei dem du dir halbherzig einen Podcast anhörst oder einen Artikel liest. Wir sprechen von einem engagierten Lernen, bei dem du dich wieder wie ein Neuling fühlst. Diese Art des Lernens ist motivierend, hilft dir, schneller voranzukommen und dein Wissen länger zu behalten. Das ist es, was Marketer*innen benötigen, um sich neue digitale Kenntnisse anzueignen und ihre Zukunft in dieser schnelllebigen Branche zu sichern. 

 
Alle feiern die Anzahl der Likes? Wir feiern die Marketingstrategie dahinter!


Du möchtest eine Weiterbildung für dein Team organisieren, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Squared Online ist hier, um dir zu helfen. Wir haben zusammen mit Google ein strategisches Digital Marketing Programm entwickelt, um Marketer*innen wie dir zu helfen, ihr Skillset zu erweitern und einen strategischen Gesamtüberblick über das Online Marketing zu verschaffen - von Data, Display und Analytics bis hin zu Digital Consumers, Digital Trends und Kundenbindung auf Social Media.
 

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