Benjamin Gebien: "Squared Online ist kein Programm zum Zurücklehnen und Zuhören, sondern für Menschen, die etwas bewegen wollen"

Geschrieben von Theresa Glöde - veröffentlicht am 30.01.2018 18:00:00

Wenn an der Digitalisierung keiner mehr vorbeikommt, dann auch die Agenturen nicht. Sie sollten ihren Kunden dabei helfen, sich und das eigene Geschäftsmodell regelmäßig zu hinterfragen. Wie die konsequent digitale Perspektive von Squared Online Absolvent Benjamin Gebien dabei unterstützen kann, sich für mutigere Ideen und progressive Lösungsansätze einzusetzen, lesen Sie im Interview. 

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Benjamin, du bist Client Service Director bei der Berliner Full-Service-Agentur Saatchi & Saatchi Pro, die sich auf B2B-Kommunikation spezialisiert hat. Welche Tätigkeiten gehören zu deinem Aufgabengebiet?

Ja, wir konzentrieren uns als Agentur auf internationale B2B-Marken und sind gerade im Kontext der Digitalisierung strategischer Sparringspartner für unsere Kunden. Technologien, Märkte, Zielgruppen-Anforderungen, Wettbewerber unterliegen einem ständigen Wandel. Die Veränderungsprozesse in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung und Kundenservice anzustoßen und zu begleiten ist ein wesentlicher Teil meiner Aufgabe – ich bin in der Rolle als Berater erster Ansprechpartner für den Kunden.

Du hast seit drei Monaten deinen Squared Online Abschluss in der Tasche. Was hat sich seitdem persönlich und beruflich für dich verändert?

Im Job hat sich meine Herangehensweise an Aufgabenstellungen weiterentwickelt: Ich setze mich in Projekten für mutigere Ideen und progressive Lösungsansätze ein. Der Kundenfokus gehört ohnehin zum Job – aber die konsequent digitale Perspektive bricht alte Strukturen auf. Ich beschäftige mich jetzt auch noch viel häufiger mit komplexen, technologischen Themen wie Artificial Intelligence, Blockchain und Voice. Sicherlich auch, weil ich die Themen jetzt besser in einen Kontext einordnen kann.

Die Digitalisierung ist überall und macht auch vor Agenturen nicht halt. Worauf kommt es hier bei der Digitalisierung an?

Agenturen müssen sich heute natürlich ständig weiterentwickeln und den neuen Anforderungen gerecht werden: z. B. neue Technologien einbeziehen und zusätzliche Kompetenzbereiche wie Produktentwicklung oder Service Design anbieten. Nach wie vor geht es hier aber vor allem um den Fokus auf den Kunden. Wie können wir Technologien und Daten einsetzen, um ein besseres Zielgruppenverständnis zu bekommen und auf der Basis Mehrwerte zu generieren? Die Projekte an denen wir heute arbeiten umfassen oft mehrere Funktionsbereiche und Business-Divisionen innerhalb der Unternehmen. Oft sitzen da Experten aus unterschiedlichen Bereichen zum ersten Mal im selben Raum um eine neue Lösung zu entwickeln. Diese Prozesse sollten Agenturen strategisch steuern und operativ begleiten.


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Was ist auf Agenturseite zu tun, um den wachsenden Anforderungen insbesondere der B2B-Kunden im Zeitalter der digitalen Transformation noch gerecht werden?

Aus meiner Sicht brauchen Agenturen ein tiefgreifendes Verständnis für das Business der B2B-Kunden und die Veränderung ihrer Kernmärkte. Die digitale Transformation verschiebt in vielen Branchen die Quellen für Wertschöpfung und Umsätze. Es geht also darum rechtzeitig zu verstehen, was erhalten werden sollte und was neu gedacht werden muss. Agenturen sollten ihren Kunden dabei helfen, sich und das eigene Geschäftsmodell regelmäßig zu hinterfragen. Im besten Fall dienen Zielgruppen- und Markt-Insights dann als Grundlage für mutige und teilweise auch unkonventionelle Richtungsentscheidungen. Wir haben beispielsweise eine eigene Artificial Intelligence Unit, die sich mit hochkomplexen Big-Data-Projekten beschäftigt. Die Kollegen sorgen dafür, dass wir die Vielzahl an Daten aus unterschiedlichsten Quellen auch in konkrete Handlungen und Mehrwerte übersetzen können. Individuell für jeden Nutzer, in globalem Maßstab und in Echtzeit.

Worin bestehen aus deiner Sicht die größten Chancen und Herausforderungen in der digitalen Transformation?

Ich sehe den Umbruch in vielen Industrien sehr positiv und bin überzeugt davon, dass sich hier viele spannende Chancen ergeben. Unternehmen können sich und die eigenen Produkte/Services neu erfinden. Damit verändert sich oft auch die Wertschöpfungskette und die Rolle der (B2B) Marken im Leben der Zielgruppe. Mittlerweile ist es auch für B2B-Marken wichtig, einen eigenen Zielgruppen-Zugang und damit Verständnis aufzubauen und nicht nur Zwischenprodukte über Distributionspartner zu vertreiben. Es entstehen neue Kooperationen und es müssen ganzheitliche Systemlösungen mit Partnern aus unterschiedlichen Bereichen erarbeitet werden. Dafür braucht es Flexibilität im Denken und Mut zur Abkehr von Altbewährtem. Die größte Herausforderung liegt aus meiner Sicht darin, eine agile Unternehmenskultur aufzubauen, die ständigen Wandel akzeptiert und mit der sich alle Mitarbeiter identifizieren können.

Und wie kannst du in diesem Zuge das Gelernte von Squared Online in deinem Arbeitsalltag nutzen?

Mir hat Squared Online dabei geholfen, die unterschiedlichen Themenkomplexe besser zu vernetzen. Ich bin jetzt viel sicherer im Umgang mit digitalen Fragestellungen und Geschäftsmodellen. Seit dem Abschluss hat sich auch mein Beratungsschwerpunkt verlagert – ich hinterfrage jetzt auch viel öfter die Produkte und Services unserer Kunden. Daraus entstehen oft erstaunlich interessante Diskussionen und unerwartete Lösungen.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Der fantastische Team-Spirit und der "Labor-Charakter" der Projekte. Wir hatten eine tolle Gruppe von Leuten mit wirklich unterschiedlichen Hintergründen. Es hat Spaß gemacht, zu sehen, dass jeder seine Erfahrungen einbringen konnte, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Hochspannend war auch die ausschließlich digitale Zusammenarbeit in den Teams. Positiv überrascht war ich von der Motivation aller Teilnehmer – es gab sofort eine gewisse Verbindlichkeit und einen gemeinsamen Antrieb. Mit Blick auf das Leadership-Thema waren auch die ehrlichen und klaren Feedbacks in den Projekten sehr hilfreich.


"Wir hatten eine tolle Gruppe von Leuten mit wirklich unterschiedlichen Hintergründen. Es hat Spaß gemacht, zu sehen, dass jeder seine Erfahrungen einbringen konnte, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten."

Benjamin Gebien, Saatchi & Saatchi Pro


Wem würdest du das Digital Marketing und Leadership Programm empfehlen?

Ich würde es jedem empfehlen, der aus seiner Komfortzone ausbrechen möchte. Wenn man mit dem sprichwörtlichen "kaltem Wasser" und der "grünen Wiese" gut zurecht kommt, ist das Programm das Richtige. Außerdem sollte man offen für andere Meinungen sein und kontroverse Diskussionen nicht scheuen. So entstehen Ideen, auf die man alleine nie gekommen wäre. Richtig moderiert, entsteht so eine unglaublich positive Teamdynamik. Am Ende geht es vor allem darum, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken – die Projekte sind darauf ausgelegt, dass man im Team gemeinsam ausprobiert, entwickelt, aussortiert, neu anfängt und sich so schrittweise der besten Lösung nähert. Squared Online ist kein Programm zum Zurücklehnen und Zuhören, sondern für Leute, die etwas bewegen wollen.


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Theresa Glöde

Geschrieben von Theresa Glöde

Theresa Glöde ist Marketing Managerin Content & Social Media bei AVADO Learning GmbH, Experte für virtuelles Lernen rund um die Digitale Transformation. Auf dem Squared Online Blog schreibt sie unter anderem über digitale Marketing Trends, Digital Leadership und New Work.