5 Ansätze, wie Unternehmen die Herausforderungen der digitalen Transformation meistern

Posted by Anna Herch on 14.06.2017 14:03:34
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Eine Orientierungshilfe für Unternehmen im Wandel

Digitalisierung ist kein neuer Begriff in der deutschen Wirtschaft. Dennoch gibt es sowohl Vorreiter als auch jene, die die Relevanz des schnellen Handelns noch nicht erkannt haben. Knapp 37 % der Mitarbeiter deutscher Unternehmen reagieren verunsichert, wenn es um die Etablierung digitaler Prozesse und den neuen digitalen Wandel geht. 

Was also ist der aktuelle Stand der digitalen Transformation und worauf kommt es an, wenn man sich für einen Transformationspartner entscheidet? Internet World schrieb im Mai 2017, dass die Digitalisierung in deutschen Unternehmen nur schleppend vorangeht. Das größte Hindernis sei dabei häufig vor allem die Angst, Fehler zu machen und aus diesem Grund alte Prozesse beibehalten zu wollen. 

Diese Bedeutung hat die digitale Transformation für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftsführer

Mit der digitalen Transformation verbinden die Meisten das ständige Angebot neuer Technologien. Dabei geht es um viel mehr. Nämlich um die Veränderung des Kundenverhaltens und das immer wichtiger werdende Prinzip der ‘Customer Centricity’. Durch die technischen Fortschritte treten nicht nur Kunden untereinander häufiger in Kontakt, sondern es ergeben sich auch mehr Kommunikationsmöglichkeiten für Unternehmen, um mit ihren Kunden ins Gespräch zu kommen. Es geht also nicht nur um die Etablierung digitaler Prozesse, sondern auch darum, ein besseres Verständnis für den digitalen Kunden zu entwickeln.

Bei rund 45% der Unternehmen teilt sich die Meinung der Mitarbeiter in Befürworter und Gegner der digitalen Transformation. Zirka genauso viele äußern, dass die Etablierung von digitalen Prozessen an internen Konflikten und Meinungsverschiedenheiten scheitert. Deshalb ist es für Unternehmen notwendig, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu erkennen und deren digitales Mindset zu fördern. Der Aufbau einer Einheit - wie z.B. einer Unit, einem Lab oder einem Hub - kann hilfreich sein, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, an neuen digitalen Prozessen mitzuwirken, sich gleichzeitig aber auch über die Auswirkungen der Veränderungen für den eigenen Job zu informieren. Die digitale Transformation bedeutet nämlich nicht nur eine Veränderung auf der Führungsebene, sondern auch eine Veränderung für Mitarbeiter und Kunden.

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In diesen 5 Bereichen sollten Unternehmen die Digitalisierung vorantreiben

Innovation fördern

Um als Unternehmen im digitalen Umfeld erfolgreich zu sein, bedarf es der Förderung verschiedener Attribute. Zunächst sollten die Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, innovative Ideen und Prozesse ansprechen und etablieren zu dürfen. Nur wer Neues wagt, entdeckt neue Stärken und womöglich neue Geschäftsbereiche. Dabei kommt es natürlich vor allem auf die Führungskräfte an, diese Neuerungen zu fördern. Gerade die zu Beginn etablierte digitale Einheit ermöglicht Innovation. Mit verschiedenen Methoden wie z.B. Workshops zu den Themen Design Thinking, Lean-Startup oder Rapid Prototyping (MVP) lässt sich ein anderer Blickwinkel auf bestehende Prozesse einnehmen. Neue Ideen entstehen und generieren so zeitgemäße Veränderungen.

Social Media und Mobile Marketing in einer vernetzten Welt

Die Geschäftsplanung in einer sozialen und mobilen Welt muss gut geplant sein. Auf höherer Ebene geht es darum, wie sich die Veränderungen einer vernetzten Welt auf die interne Kommunikation auswirken. Die Etablierung digitaler Kommunikationswege bedeutet auch eine Veränderung der allgemeinen Unternehmenskommunikation und hat z.B. durch schnellere Absprachen Auswirkungen auf die Geschäftsergebnisse. Immer mehr Kommunikationswege bringen immer mehr Geschäftszweige mit sich. Durch die Förderung dieser vernetzten Kommunikation können auch Teams zeitgemäße Veränderungen anstoßen. So können Marketingstrategen in der Planung ihrer Geschäftsaktivitäten nicht nur bereits etablierte Kanäle beachten, sondern auch über den Tellerrand hinaus nach neuen Kontaktpunkten zum Kunden Ausschau halten. Dabei sollte immer der Kunde im Mittelpunkt stehen. Welche Geräte und Kanäle nutzt der Kunde und wie kann ich ihn auf diesen am besten mit meinem Produktmarketing erreichen?

People und Google Analytics für optimiertes Denken

Zu einem erfolgreichen digitalen Unternehmen gehört auch der fortlaufende Wille zur Optimierung. Unternehmen sind bei diesem Thema dazu aufgerufen, sich mit dem Thema People Analytics zu beschäftigen und dabei z.B. die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Wie kann Produktivität gemessen und gefördert werden? Welche Verhaltensweisen sorgen für ein produktives Online-Arbeitsumfeld? Hierbei helfen Daten von Führungsinstrumenten (z.B. die Methode der Objectives & Key Results), die die Unternehmensziele und -leistungen vergleichen. Für einzelne Teams bedeutet das, ihre Arbeit durch regelmäßige Datenanalysen zu verbessern. Hierbei zählt unter anderem die Analyse des Kundenverhaltens oder von Performancezahlen.

Brandmanagement für die digitale Kommunikation

Die Entwicklung einer digitalen Unternehmensstrategie heißt auch, ein neues Markenleitbild zu entwickeln. Für Führungskräfte und Personaler bedeutet das, die interne Wahrnehmung der Marke zu hinterfragen. Wie gelingt es zum Beispiel, alle Teams einzubeziehen, wenn es um die Sicherung von Leistungsstandards geht? Wodurch fühlen sich Mitarbeiter mit hohem Engagement honoriert und wie kann man dieses Engagement fördern? Bei der erfolgreichen Umsetzung kommt es auch hier wieder auf digitale Kommunikation an. So können sich die Mitarbeiter auf einer gemeinsamen Plattform austauschen und sich gemeinsame Ziele setzen. Für den Marketer heißt das gleichzeitig, die richtige Markenwirkung nach Außen zu steuern.

Ideen der Zukunft erkennen und fördern

Um in der digitalen Welt keine Eintagsfliege zu bleiben und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, sollte ein vorausschauender Blick für aufkommende Trends entwickelt werden. Große aktuelle Themen wie IT-Automation, Industrie 4.0, Big Data, Mobility und Cloud Computing können heute noch aktuell sein, während sich die Big-Player wie Google und Facebook neue, marktrelevante Innovationen ausdenken.

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Diese Tatsache verdeutlicht, dass Führungskräfte und Teams die geschäftsrelevanten Veränderungen im Markt erkennen sollten. Die richtige Etablierung neuer Prozesse im eigenen Unternehmen ist dabei ausschlaggebend für den Erfolg. So können Führungsstile kontinuierlich verbessert und digitale Geschäftsstrategien optimiert werden.

Leadership fördern

Die Etablierung neuer digitaler Prozesse fordert auch eine Veränderung des Mindsets in der Management-Ebene. Nur so können Neuerungen gefördert und genehmigt werden. Digitale Führungskräfte bringen ein hohes Maß an Risikobereitschaft mit. Denn nur so lassen sich Maßnahmen treffen, die der Innovation zugute kommen. Leily Summa betonte auf der Online B2B Conference in München, dass es auf das Motto “do the right things” anstatt “do the things right” ankommt.

Sogenannte Digital Leader sollten viele Eigenschaften mitbringen, um ihr Unternehmen effizient leiten zu können. Diese betreffen vor allem die bereits oben genannten Punkte, die es bei der digitalen Transformation als Unternehmen zu fördern gilt. Kurz zusammengefasst haben Digital Leader folgende Eigenschaften:

  1. Sie fördern die digitale Kultur ihrer Teams.
  2. Sie integrieren die Digtialstrategie in die strategischen Unternehmensziele.
  3. Sie stellen Mitarbeiter ein, die digitales Wissen mitbringen und sogenannte Digital Change Agents sind.
  4. Sie begeistern und fördern digitale Talente.
  5. Sie streben nach digitalem Erfolg mit ihrem Unternehmen.
  6. Sie durchbrechen Silos und bringen Teams und Abteilungen zusammen.
  7. Sie investieren in Innovation.
  8. Sie treffen datenbasierte Entscheidungen.

 

Fazit

Bei der Betrachtung dieser Punkte wird klar, dass digitale Transformation nicht nur eine rasche Veränderung der Technologie und Prozesse bedeutet. Hier noch einmal die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Verständnis für die grundlegenden Auswirkungen der Digitalisierung auf das Unternehmen entwickeln.
  • Maßnahmen zum Erfolg der Transformation des Unternehmens erkennen.
  • Kulturellen Wandel im Unternehmen anstoßen, um in einer innovativen Welt erfolgreich zu sein.
  • Gegebenenfalls kompetenten Transformationspartner einbeziehen.
  • Transformation flächendeckend und in allen Management-Ebenen umsetzen.

Oliver Gassmann, Professor für Technologie- und Innovationsmanagement an der Universität St. Gallen und Direktor am Institut für Technologiemanagement, und Philipp Sutter, Geschäftsführer der Zühlke Engineering AG, geben in ihrem Buch “Digitale Transformation im Unternehmen gestalten - Geschäftsmodelle, Erfolgsfaktoren, Handlungsanweisungen, Fallstudien” eine gute Übersicht zu diesem komplexen Thema.

Unternehmen sollten sich zudem über die Einbindung eines Transformationspartners Gedanken machen. Mithilfe von digital-fokussierten Weiterbildungen auf verschiedenen Ebenen des Unternehmens lässt sich ein Digital Mindset flächendeckend im Unternehmen etablieren. Erfahren Sie hierzu auch im folgenden Video, wie Google dieses Thema in seiner Partnerschaft mit AVADO Learning vorantreibt:

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Topics: Die fortlaufende Revolution, Digitale Transformation