10 Tipps für Ihre Hyperlocal Marketing-Kampagne

Geschrieben von Daniel Richter - veröffentlicht am 28.03.2018 18:02:22

Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit dem richtigen Angebot: Hyperlokale Marketingmaßnahmen können Offline- und Online-Umsätze ankurbeln. Experte Daniel Richter von der DAC Group Deutschland gibt Ihnen 10 Hyperlocal Marketing Tipps an die Hand, wie Sie erfolgreiche Kampagnen entwickeln können, um mehr Leads für Ihr lokales Geschäft zu generieren.

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Ein weiterer Beitrag aus der Reihe: Was bedeutet Hyper Local Marketing für Unternehmen?

Hyperlokales Marketing ist für nahezu jedes Unternehmen relevant

Laut einer Google-Studie nutzen 80 Prozent der Verbraucher Online-Suchmaschinen, um nach Dienstleistern und Händlern in Ihrer Nähe zu suchen. Jede dritte Suche per Smartphone oder Tablet hat einen lokalen Bezug und 76 Prozent der Nutzer, die mobil nach lokalen Anbietern gesucht haben, besuchen das jeweilige Geschäft noch am selben Tag. In Zeiten des dauerhaften Online-Seins und einer immer vernetzteren Welt kommen Händler und Dienstleister also kaum mehr um eine gute Online-Strategie herum, um mit ihren lokalen Angeboten gefunden zu werden. Business muss digital gedacht werden. Es reicht nicht mehr allein die Printwerbung im Beileger der lokalen Tageszeitung oder ein Aushang im Stadtteil. Local Marketing, das lokale Angebote auf Basis von übermittelten Geodaten, sprich Standortinformationen integriert, sollte daher in den Marketing-Mix der Händler und Dienstleister einen festen Platz finden. Während Local Marketing das Angebot und den Ort zusammenführt, geht Hyperlocal Marketing jedoch einen Schritt weiter: Für den Erfolg einer hyperlokalen Kampagne ist neben der Information und dem passenden Ort, noch der Zeitfaktor innerhalb eines sehr begrenzten lokalen Gebietes entscheidend.

Mit Blick auf das veränderte Suchverhalten und den darauffolgenden Reaktionen der Suchmaschinen, sollten sich Unternehmen jeglicher Art mit dem Thema hyperlokales Marketing beschäftigen. Wer in den Suchergebnissen keinen vorderen Platz einnimmt oder im schlimmsten Fall gar nicht erst auftaucht, verliert Kunden und wertvolles Neugeschäft. Vor allem im Hinblick auf die wachsenden Nutzerzahlen von virtuellen Assistenten, wie beispielsweise Siri, Alexa oder dem Google Assistant, spielt eine gute Platzierung eine wichtige Rolle. Die Sprachsuche kennt schließlich nur den Erstplatzierten. Unternehmen müssen hier also noch mehr dafür tun, um effizientes, hyperlokales Marketing zu betreiben, sodass sie von virtuellen Assistenten überhaupt wahrgenommen werden.


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Damit die nächste Hyperlocal-Kampagne erfolgreich verläuft, erhalten Sie 10 Hyperlocal Marketing Tipps an die Hand, um potenzielle Kunden zum richtigen Zeitpunkt lokal zu erreichen:

1. Konsistenz der eigenen Daten

Die Grundlagen einer jeden Hyperlocal Marketing-Kampagne haben ihren Ursprung im Local SEO. Unternehmen müssen dafür sorgen, dass ihre Standortdaten plattformübergreifend auffindbar und aktuell gehalten werden, egal ob im Google MyBusiness-Eintrag oder in entsprechenden Branchenverzeichnissen. Fehlerhafte Öffnungszeiten, Kontakt- oder Adressdaten vergraulen Interessenten schnell. Zudem sollten die Standortdaten über sämtliche Plattformen konsistent sein, um in den Suchergebnissen an oberster Stelle zu stehen. Auch Voice-Assistenten greifen auf die Branchen- bzw. Maps-Einträge zurück und sollten bei Suchanfragen dem Kunden im Bestfall die richtigen Ergebnisse liefern.

Für Unternehmen, die womöglich hunderte oder tausende Standorte besitzen, ist eine effektive Stammdaten-Pflege eine besondere Herausforderung. Präsenzmanagement-Plattformen sind in diesem Fall hilfreich. Mithilfe dieser Plattformen lassen sich Informationen zu beliebig vielen Standorten permanent aktualisieren, abrufen und auswerten. Dabei ist nicht nur die Stammdaten-Pflege sinnvoll, sondern vor allem die Statistik interessant: Denn diese Daten erlauben eine detaillierte Einsicht in das Nutzungsverhalten der Suchenden. Ein Angebot, das genutzt werden sollte, um die Attraktivität eines jeden einzelnen Standortes zu erhöhen. Gleichzeitig ermöglicht ein solches Tool eine genaue Analyse, nach welchen Informationen (Telefonnummern, Websites, Adressen etc.) Personen suchen und was sie anschließend mit den gefundenen Informationen gemacht haben.

2. Mobile Websites

Die Nutzer sind heutzutage vor allem mit ihren Smartphones online: Egal ob im ÖPNV oder auf der heimischen Couch. Mithilfe der mobilen Endgeräte werden mittlerweile auch größere Investitionen getätigt. Daher ist es besonders wichtig, dass alle Websites und Landingpages mobil optimiert sind. Dies spielt nicht nur für den Nutzer, sondern auch für die Suchmaschine eine Rolle. Jede Webseite, die kein gutes Nutzungserlebnis auf dem Smartphone bietet, ist ein potenzieller Conversion-Killer.

Dabei bedeutet mobil optimiert nicht nur, dass alle wichtigen Inhalte in einer angenehmen Form, auf einem kleinen Display dargestellt werden, sondern auch, dass die Ladezeiten entsprechend stimmen. Nutzer, die an der U-Bahn-Haltestelle stehen, möchten nicht ewig warten, bis die Seite geladen ist. Je kürzer die Ladezeit und je übersichtlicher die mobile Landingpage aufgebaut ist, desto besser stehen die Chancen auf eine gute Conversion-Rate.

3. Personas erarbeiten

Für das hyperlokale Marketing spielen Personas eine wichtige Rolle. Diese sollten nah an der Customer Journey erstellt werden. Für eine hyperlokale Kampagne ist es entscheidend, zu wissen, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort sich der Nutzer befindet, um diesen mit den richtigen Informationen anzusprechen.

Neben den demografischen Daten sollten auch Bewegungsprofile, Social Media-Profile, technische Daten und weitere Informationen wie beispielsweise lokale Wetterdaten in die Erstellung einfließen. Mithilfe dieser Daten fällt es leichter, sich in die Zielgruppe genauestens hineinzuversetzen und zu überlegen, wo sich womöglich der zukünftige Kunde aktuell befindet.

4. Ausspielung von Werbung mittels Geotargeting

Unternehmen sollten im Idealfall bereits erste Berührungspunkte mit potenziellen Neukunden schaffen, noch bevor sich diese über eine Neuanschaffung oder zu buchende Dienstleistung, wie beispielsweise den nächsten Urlaub, konkret informieren. Eine gute Möglichkeit, um in dieser Phase auf sich aufmerksam zu machen, ist die klassische Online-Werbung über verschiedene Kanäle: Sei es nun Bannerwerbung auf Nachrichtenportalen, Werbung auf Facebook oder auch in Form einer Podcast-Pre-Roll.

Anhand der Personas lassen sich Zeitpunkte und Orte abstrahieren. Hört der Nutzer beim Workout Musik? Dann bietet sich z. B. eine Anzeige auf Spotify oder Soundcloud an. Hört er während seiner Pendlertour einen Podcast? Dann lohnt sich womöglich Podcast-Werbung. Liest er beim Warten auf den Bus die neuesten Nachrichten? Dann sollten die Anzeigen vor allem in der Nähe von Haltestellen ausgespielt werden. Bei der Wahl der entsprechenden Werbepartner, muss darauf geachtet werden, dass diese Geotargeting unterstützen. Basierend auf die einzelnen Standorte, können dann Micro-Kampagnen ausgesteuert werden, um die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zu lenken.

5. Kampagnenspezifische Landingpages

Hat ein lokal ansässiges Unternehmen die Aufmerksamkeit eines Nutzers mit einer Kampagne gewonnen, sollte es diesen auch mit ausreichenden Informationen auf der eigenen Website versorgen. In der Regel greift der künftige Kunde zunächst auf Online-Suchmaschinen zurück, wenn das erste Interesse geweckt wurde und er sich über ein bestimmtes Angebot näher informieren möchte. Um dann online auch tatsächlich gefunden zu werden, sollten Händler und Dienstleister jede Kampagne mit einer eigenen Landingpage unterstützen. Wenn die Grundlagen beachtet wurden, ist diese mobil optimiert und glänzt nicht nur durch hilfreiche Inhalte, sondern auch durch eine schnelle Ladezeit.

6. Reviewmanagement

Sucht der Nutzer bereits explizit nach einer bestimmten Marke, wird er früher oder später über verschiedene Wege auf Kundenmeinungen stoßen. Bewertungen für lokale Unternehmen sind beispielsweise auf Google Maps oder Yelp möglich. Diese Bewertungen müssen Unternehmen beobachten und im Fall von Kritik auch aktiv darauf eingehen. Deshalb sollte ein Monitoring aufgebaut werden, wann und auf welcher Plattform das eigene Unternehmen erwähnt wird sowie welche Tonalität gewählt ist. Gute Bewertungen verbessern das Brand Image und haben einen positiven Einfluss auf SEO, Local Listings und Klickrate. Durch verschiedene Mittel lassen sich Kunden zu Bewertungen animieren. Mit einem kontinuierlichen Reviewmanagement hat ein Unternehmen damit die Möglichkeit, aktiv einzugreifen und somit langfristig ein positives Image aufzubauen.

7. Q&A-Funktion von Google Maps

Noch recht neu, aber bereits in reger Nutzung: Die Q&A-Funktion von Google Maps. Nutzer können in der mobilen Google Maps-Ansicht an die Inhaber und die Google Maps Community Fragen zum Unternehmen und Leistungen stellen. Hier sollten Unternehmen Präsenz zeigen und auf die Fragen der Nutzer eingehen, hilfreiche Antworten aus der Community bewerten und dadurch signalisieren, dass das Engagement wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Unternehmen sollten diese Möglichkeit nutzen, um die eigene Marke positiv ins Licht zu rücken und den potenziellen Kunden zu überzeugen.

8. Retargeting bzw. Remarketing

War der Nutzer auf einer der Landingpages oder direkt auf der Website, dann sollte mittels Retargeting die Aufmerksamkeit aufrecht gehalten werden. Hier gibt es verschiedene Wege, sei es durch Facebook Pixel oder durch einen anderes Werbenetzwerk. Auch beim Retargeting sollte mittels Geotargeting auf den Standort des Kunden eingegangen und das Thema Frequency Capping, also die Häufigkeit der Werbeeinblendung, im Hinterkopf behalten werden, um den Nutzer nicht zu nerven.

9. Chatbot Marketing

Hat der Nutzer nun alle wichtigen Informationen gesammelt, sich ein Urteil gebildet und sich schließlich dafür entschieden, bei einem bestimmten Unternehmen vor Ort einen Kauf abzuschließen oder eine Dienstleistung zu buchen, dann sollte weiterhin aktiv auf ihn eingegangen werden. Auch in dieser letzten Phase sind natürlich noch einige Fragen offen. Hier bietet es sich daher an, mithilfe eines Chatbots den Nutzer abzuholen. Wer einen künstlichen Assistenten auf der Webseite oder in einem der verschiedenen Messenger einsetzt, um seine Interessenten oder Kunden bei Fragen zu unterstützen, sollte darauf achten, dass die Antwortqualität stimmt. Denn schließlich vertreten die Bots die jeweilige Marke. Unbefriedigende Antworten mit unzureichenden Informationen können vor allem bei Interessenten zu Absprüngen führen und gegebenenfalls wird dann bei einem Wettbewerber nach einer besseren Antwort gesucht.

10. Storefinder

Aufgrund der hohen Zahl an mobilen Suchanfragen werden die Suchergebnisse durch den aktuellen Standort des Nutzers beeinflusst. Damit der potenzielle Neukunde den richtigen Weg ins Geschäft findet, sollten daher neben den kampagnenspezifischen auch verschiedene lokal optimierte Landingpages bereitgestellt werden, die sich mit technischen Hilfsmitteln auch automatisiert erstellen lassen. Bei Unternehmen mit mehreren Filialen sollten diese über einen Storefinder verfügen, damit der Nutzer den am nächsten liegenden Shop finden kann.

 

Fazit

Hyperlokales Marketing meint vor allem, am richtigen Ort zur richtigen Zeit mit dem passenden Inhalt zu überzeugen. Um dies zu erreichen, sind eine umfangreiche Vorarbeit und viele strategische Überlegungen notwendig. Die gesamte Customer Journey muss vorab gedanklich durchlaufen werden, um potenzielle Neukunden in jeder Phase ihrer Entscheidungsfindung im richtigen Moment an der richtigen Stelle abzuholen. Dieser Aufwand zahlt sich aus, da mit Hyperlocal hohe Conversion-Raten erzielt werden können. Wer hier investiert, hat die Chance darauf, sehr qualifiziertes Kundenklientel zu erreichen, welches nicht nur einmalig kauft, sondern der Marke bzw. dem Unternehmen gegenüber loyal bleibt.

Themen: Digital Marketing, Suchmaschinenmarketing, Liste

Daniel Richter

Geschrieben von Daniel Richter

Daniel Richter ist Geschäftsführer der DAC Group Deutschland und seit 1999 im Online Marketing tätig. Er berät Unternehmen in der Strategie und Konzeption von Maßnahmen im Suchmaschinenmarketing, Business Listings sowie im Performance Display Marketing. Als Hyperlocal Marketing-Experte bloggt Daniel Richter außerdem selbst unter: www.local-marketing.news.