Social Media Marketing für Unternehmen: Welches sind die 10 wichtigsten Trends in 2019?

Geschrieben von Franca Garff - veröffentlicht am 05.12.2018 18:43:12

Für viele Unternehmen sind Social Media noch immer eine Herausforderung. Denn es gehört zu den sich am schnellsten wandelnden Disziplinen im Digital Marketing. Ein weiterer Grund, um sich mit den aktuellsten Entwicklungen auseinanderzusetzen. Welche Social Media Trends in 2019 Ihre Aufmerksamkeit benötigen, lesen Sie hier.

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Was erwartet Digital Marketer in 2019?

Die Zahlen der Social Media Nutzer steigen weltweit täglich. Prognosen besagen, dass die Nutzerzahlen im Jahr 2021 die 3 Milliarden knacken. Hinzukommt, dass Social Media in Unternehmen längst mehr als nur eine Marketingmaßnahme ist. Denn Social Media steigert die Verkaufszahlen, fördert Kundenloyalität und unterstützt relevante Unternehmensziele wie Leadgenerierung. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung und globalen Vernetzung nimmt die Bedeutung von Social Media im Kundenkontakt immer weiter zu. Denn Unternehmen bzw. Marken stehen zunehmend vor der Aufgabe, entlang der gesamten Customer Journey stets nahe am Kunden zu sein. Sei es für ihr besseres Kundenverständnis oder in der Kundenkommunikation. Allerdings haben bislang nur 41 Prozent der deutschen Unternehmen den Stellenwert der sozialen Medien als Kommunikationskanal mit Kunden erkannt. Insbesondere in kleinen und mittelständischen Organisationen besteht Nachholbedarf. Unternehmen sollten daher jetzt voraus planen, welche neuen Innovationen sie in ihrer Social Media Strategie unterstützen können, um ihre Zielgruppe optimal zu erreichen. Wie passend, dass ein neues Jahr bevorsteht. Im Folgenden präsentieren wir die 10 wichtigsten Social Media Marketing Trends für Unternehmen, die Digital Marketer in ihre Planung für das Jahr 2019 mit einbeziehen sollten:

1. Warum User-Generated Content der Schlüsselfaktor für Brand Awareness ist

Während die sozialen Netzwerke wachsen, die Anzahl geposteter Inhalte von Tag zu Tag unüberschaubarer wird und die Aufmerksamkeitsspanne der potenziellen Zielgruppe weiter sinkt, funktioniert im Social Web die "Word of mouth"-Taktik wieder. Was bedeutet das konkret für Unternehmen? Unternehmen, deren Nutzer unternehmensbezogene Inhalte in Form von Fotos, Videos, persönlichen Erfahrungen oder Blogartikeln ins Netz stellen, gewinnen an Glaubwürdigkeit. Je mehr Nutzer unbezahlte Inhalte zu einer Marke bereitstellen, desto schneller baut sich eine entsprechende Community auf. User-Generated Content (UGC) ist für Unternehmen eine effektive Möglichkeit, um organische Reichweite auf den sozialen Netzwerken zu generieren und ihre Kunden zu loyalen Evangelisten ihrer Marke zu machen. Diese persönlichen Erfahrungen der Kunden mit dem Unternehmen ist für Unternehmen im kommenden Jahr sehr relevant. Laut dem Bundesverband für digitale Wirtschaft (BVDW) sind persönliche, positive Erfahrungsberichte von Freunden und Familie, die glaubwürdigste Quelle für Produktempfehlungen im Social Web. Marketer sollten sich für das kommende Jahr überlegen, wie sie ihre Kunden dazu motivieren können die gekauften Produkte in ihren eigenen sozialen Kanälen zu teilen und sie dadurch eine Community im Netz aufbauen. Besonders sollten sie sich die Zeit nehmen, um jegliche Interaktion zwischen Nutzer und dem unternehmenseigenen Social Media Kanal gezielt zu analysieren. Der User-Generated Content lebt aus der Wertschätzung beider Parteien. Neben dem unternehmenseigenen Inhalten macht es Sinn den UGC zu reposten und den Kunden somit eine Bühne der Wertschätzung zu bieten.

2. Social Listening – Warum Zuhören oftmals besser ist, als Schreiben

Eine erfolgreiche Social Media Strategie besteht darin, die eigene Zielgruppe auf dem richtigen Kanal, zur richtigen Zeit und mit passenden Inhalten anzusprechen. Um dies im Jahr 2019 erfolgreich umzusetzen, sollten Marketer auf Social Listening setzen. Denn wer gut zuhören kann, erfährt am meisten. Unternehmen erfahren mithilfe von Social Listening unternehmensbezogene Inhalte, die nicht direkt an das Unternehmen gerichtet sind. Sie können ihre Zielgruppe und deren Interessen gezielter verstehen. Um im Ergebnis ein besseres Kundenverständnis zu erzielen und um dadurch ihre Marke, Produkte oder Dienstleistung zu optimieren. Im digitalen Zeitalter brauchen Marketer ihre Ohren nicht mehr zu strapazieren. Heute hören automatisierte Social-Listening-Tools Online-Konversationen ab. Unternehmen profitieren besonders in den sozialen Medien davon, wo laufend über Produkte und Marken gesprochen wird. Die dort gewonnene Erkenntnisse müssen selbstverständlich auch in Aktionen münden. Social-Listening-Tools können sicherstellen, dass Marketer keine Gespräche, Erwähnungen oder Interaktionen zwischen potenziellen Kunden und dem Unternehmen auf sozialen Netzwerken verpassen. Die Tools funktionieren mithilfe von Keywords, ähnlich wie z. B. Google Alerts. Doch sie tracken nicht nur die Online- Erwähnungen des Unternehmens oder beispielsweise Hashtags. Zusätzlich können sie unternehmensrelevante Segmente, Influencer und den Wettbewerb analysieren. Beispielsweise hat Brandwatch hier die Top 15 kostenfreien Social Media Monitoring und Social Listening Tools zusammengestellt.

3. Influencer Marketing steigert Brand Awareness und Sales

Doch nicht nur kostenlose, nutzergenerierte Inhalte können eine Community im Social Web aufbauen. Besonders die Zusammenarbeit mit Influencern kann den Unternehmenserfolg steigern. Als nötiger Brand Awareness-Push.


Welche Influencer Marketing Trends Sie in 2019 erwartet, lesen Sie hier.


4. Mit Messenger Chatbots die Customer Experience (CX) optimieren

Messenger Marketing ist der nächste große Schritt im Social Media Marketing. Im Vergleich zum klassischen E-Mail- und SMS-Marketing haben die Textnachrichten der Messenger Apps eine zehnfache Öffnungs-, Lese- und Click-Through-Rate. Dies ermöglicht eine effiziente, schnelle Kommunikation mit dem Kunden über Social Media Netzwerke. Messenger Chatbots werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Über zwei Milliarden Nachrichten wurden monatlich im Jahr 2018 zwischen Nutzer und Unternehmen ausgetauscht. Dies macht den steigenden Wachstums der Messenger Bots im Social Media deutlich. Die Chatbots können personenbezogene Daten von Facebook verwenden, um dem Nutzer ein ultimatives, personalisiertes Erlebnis zu bieten. Die Nachrichten kommen in Form von Push- Notifications auf den Endgeräten der Nutzer an und verleiten den Nutzer direkt dazu auf die Nachrichten zu klicken. Die Inhalte der Nachrichten, sowie die gesamten Konversationen zwischen Nutzer und Unternehmen können dank der Social Media Apps ohne große Aufwände, auf jedem Endgerät optimal angezeigt werden.

5. Mehr Live-Videos für mehr Authentizität

Marketer setzen zunehmend auf Videoinhalte, um den veränderten Kundenerwartungen gerecht zu werden. Spätestens in 2019 brauchen Marken eine geeignete Video-Strategie. Folgende Formate sollten dabei eine Rolle spielen: Live-Videos, die im kommenden Jahr noch stärker in den Fokus. 78 Prozent der Online-Zuschauer schauen sich bereits im Jahr 2018 aktiv Livestreams von Unternehmen und Einzelpersonen an. 80 Prozent präferieren das Anschauen von Live-Videos gegenüber dem Lesen von Blogartikeln und 82 Prozent bevorzugen Live Videos gegenüber anderen Social Media Posts. Durch Live-Videos erhalten die Social Media Nutzer einen tieferen Einblick hinter die Kulissen eines Unternehmens. Neben der Bedeutung von Live-Videos sollten sich Marketer auch mit Video-Anzeigen auf Social Media vertraut machen und diese in ihre Marketingplanung mit einbeziehen. Beispielsweise sind Video-Anzeigen auf Instagram für mehr als 65 Prozent aller Anzeigen-Klicks verantwortlich.

6. 24h-Content – Mit dem Snap & Story Hype mehr Nutzer ansprechen

In den letzten Jahres war es das Ziel eines Marketers, Inhalte zu kreieren, die unbegrenzt zur Verfügung stehen. Doch im Jahr 2019 dreht sich auf den sozialen Netzwerken alles um zeitlich begrenzte Inhalte. Diese Inhalte sind optimal für die Instagram und Snapchat Stories aufbereitet und stehen dem Konsumenten nur 24 Stunden zur Verfügung. Lediglich anhand der Snapchat und Instagram Storys werden täglich fast 450 Millionen Nutzer angesprochen, die dadurch eine Möglichkeit erhalten, auf authentische Art und Weise Ihr Unternehmen, Ihre Produkte bzw. Dienstleistung kennenzulernen und direkt auf die Inhalte zu reagieren. Die zeitliche Begrenzung kreiert eine Dringlichkeit, um eine bestimmte Story anzuschauen (und diese nicht zu verpassen). Marketer sollten sich dem “Fear of missing out”-Effekt (FOMO) zu nutzen machen.

7. Augmented Reality-Features für virtuelle Produkterlebnisse nutzen

Augmented Reality wurde in den letzten Jahren besonders in Form von Gesichtsfiltern in Social Media eingesetzt. Es wird davon ausgegangen, dass der Markt für Augmented und Virtual Reality im Jahr 2023 knapp 300 Milliarden US-Dollar überschreiten wird. Aktuell sind nur wenige der Filter auf Snapchat und Instagram gebrandet. Social Media Manager sollten sich dieses Potenzial zu nutze machen. Denn die AR-Features werden im kommenden Jahr auf weitere Plattformen ausgebreitet. Besonders im Beauty- und Kosmetikbereich sind Unternehmen daran interessiert, ihrer Zielgruppe ein virtuelles Produkterlebnis zu bieten. Marketer sollten deshalb überlegen, ob sie mithilfe der Technologie ein spielerisches Erlebnis für ihre potenziellen Kunden erschaffen können.

8. Mit einer Social-Selling-Strategie mehr Leads generieren

Social Selling ist dank der Instagram Shop-Now-Funktion zu einem allgegenwärtigen Buzzword geworden. Hinter dem Prinzip des Social Sellings steckt jedoch wesentlich mehr und gewinnt in 2019 immer mehr an Bedeutung. Social Selling beschreibt die Kunst der Marketers alle zur Verfügung stehenden Tools der sozialen Netzwerke optimal auszuspielen, um Beziehungen zwischen dem Unternehmen und potenziellen Kunden aufzubauen. Und somit am Ende Umsätze zu generieren. Unternehmen, die ihre Social-Selling-Prozesse auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen, haben derzeit einen starken Wettbewerbsvorteil.

9. Visual Searches – Nach Text- und Sprachsuche kommt die Bildsuche

Das soziale Netzwerk Pinterest stellte in diesem Jahr seinen Nutzern eine Pinterest Lens zur Verfügung. Mit der ein Objekt per Foto eingescannt werden kann und der Nutzer passende Vorschläge (Pins) erhält. Pinterest gilt damit als Vorreiter von Visual Searches. Nun sind Google, Snapchat und Amazon dabei, ihre neu entwickelten Tools zur visuellen Bildersuche (Visual Search) zu testen. Visual Search meint eine auf Künstliche Intelligenz basierte Technologie. Sie liefert dem Nutzer eine optimale Antwort auf eine Suchanfrage per Bild. Während sich in den letzten Jahren neben der klassischen Text, sprich Keyword-Suchanfrage die sprachbasierte Suchanfrage (Voice Search) dank Siri, Google Assistant und Co. durchgesetzt hat, wird die Visual Search Technologie die Marketingbranche erneut massiv beeinflussen.

10. Den Generationenwandel hin zu Gen Z mitberücksichtigen

Generation Z, also die Jahrgänge zwischen 1996 und 2010, betreten in den kommenden Jahren den Arbeitsmarkt. Mit dem Ergebnis, dass die Kaufkraft dieser Generation jährlich zunimmt und derzeit bereits auf einen Wert von 44 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Im Jahr 2020 wird die GenZ 40 Prozent der Konsumenten in den USA einnehmen, daher sollten Marketer in 2019 ein Auge auf diese Zielgruppe richten. Es handelt sich um eine digital kompetente Generation, dessen Werte, Lebensstile und Verhaltensweisen sich von den vorherigen Generationen unterscheiden. Um sich als Unternehmen auf den Generationenwandel einzustellen, sollten Marketer die Gen Z gezielter targeten und mit passenden Inhalten ansprechen. Besonders da sie im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind, sich selbst technologische Kompetenzen aneignen und mit sozialen Medien wie selbstverständlich umgehen, ist das Social Media Marketing der ideale Kanal für diese Zielgruppe. Aber auch eine große Herausforderung für Unternehmen.



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Fazit

Social Media Marketing bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, mit denen Unternehmen ihre Zielgruppe erreichen. Marketer sollten hinsichtlich der sozialen Netzwerke und neuen Technologien stets auf dem aktuellsten Stand bleiben. Und sich insbesondere auf den Generationenwandel hinzu Gen Z einstellen. Dabei ist für das Digital Marketing in 2019 insbesondere wichtig: Den Fokus auf Kundenverständnis, -loyalität und -kommunikation zu stärken. Ein personalisiertes Markenerlebnis mithilfe von künstlicher Intelligenz erschaffen. Und Videoinhalte so einzusetzen, dass diese nicht nur zur Markenbekanntheit beitragen, sondern die Markenpositionierung deutlich stärken. In einem Markt, in dem der Wettbewerb immer immer weiter zunimmt. Social Media kann als Tool etliche Weichen stellen. Eine geeignete Strategie liegt in Ihren Händen.


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Franca Garff

Geschrieben von Franca Garff

Franca Garff studiert Digitale Medien an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation. Als Werkstudentin bei AVADO Learning GmbH teilt sie ihr Wissen rund um digitale Trends und Generation Z auf dem Squared Online Blog.