In sechs Schritten zum erfolgreichen Mentoring in Unternehmen

Geschrieben von Franca Garff - veröffentlicht am 19.09.2018 17:41:14

Im Kampf um die besten Nachwuchskräfte müssen Unternehmen ihre eigenen Mitarbeiter immer gezielter motivieren, fördern und sich etwas einfallen lassen, um sie langfristig zu binden. Gleichzeitig müssen sie digitale Talente anlocken, die den digitalen Transformationsprozess vorantreiben. Warum Mentoring in Unternehmen hierfür ein geeignetes Instrument darstellt und wie es gelingt, lesen Sie hier.

mentoring

Sind wir einmal ehrlich: Wer schafft es heute ganz allein an die Unternehmensspitze? Der Erfolg hat mehrere Väter, beispielsweise Mentoren. Mentorenprogramme gewinnen immer mehr an Popularität und unterscheiden sich vom klassischen Coaching. Nicht nur der einzelne Mitarbeiter, sondern insbesondere Unternehmen profitieren, wenn sie interne Mentorenprogramme fördern. Vorangetrieben durch die fortschreitende Digitalisierung und den demografischen Wandel, müssen Unternehmen eine Arbeitsumgebung schaffen, die alle Mitarbeitergenerationen berücksichtigt. Mit der Generation Z gibt es erstmals fünf verschiedene Generationen auf dem Arbeitsmarkt. Alle bringen unterschiedliche Stärken, Kompetenzen, Wissen- und Erfahrungen mit. Und alle stellen individuelle Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche an Job, Arbeitsplatz und Führungskräfte. Die Konsequenz:

  • Unternehmen müssen die eigenen Mitarbeiter fit für die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung machen
  • Organisationen müssen sich das Wissen der älteren Mitarbeitergenerationen, wie der Baby Boomer, sichern, bevor diese in Rente gehen
  • Unternehmen müssen als attraktiver Arbeitgeber die eigenen Mitarbeiter motivieren, fördern und langfristig binden
  • Organisationen müssen im Kampf um die besten Talente neue Talente anlocken, um langfristig erfolgreich zu sein
  • Weil viele junge Talente in analogen Unternehmen jedoch nicht arbeiten wollen, müssen sie zunächst verstehen, wie Generation Y und Z ticken. Lesen Sie hier, welche Wünsche die jüngeren Mitarbeitergenerationen an Arbeitgeber und Führungskräfte stellen
  • Unternehmen müssen die Stärken der unterschiedlichen Mitarbeitergenerationen bündeln und optimal einsetzen, um ihren Erfolg langfristig zu sichern

Jedes Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter. Daher ist eine funktionierende Personalentwicklung in Unternehmen mittlerweile unabdingbar. Hier knüpft Mentoring an.


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Was bedeutet Mentoring in Unternehmen? Und wozu dient es?

Mentoring als Personalentwicklungs-Instrument stellt eine effektive Methode für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Mitarbeitern dar. Es hilft, die eigene Karriere voranzutreiben, weiterzuentwickeln und die Mitarbeitermotivation nachhaltig zu verbessern. Egal ob Jung von Alt lernt oder umgekehrt: von Mentoring profitieren alle Mitarbeitergenerationen. Insbesondere die jungen Talente wünschen sich zum Karrierestart Vorbilder, Orientierung, Inspiration und regelmäßiges Feedback sowie den Austausch mit Chefs und Kollegen. Viel mehr noch, als die Generationen vor ihnen. Auf der anderen Seite werden die jungen Nachwuchstalente von heute unsere Unternehmen in Zukunft führen.

Mentoring basiert auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Verständnis. Erfahrene Mitarbeiter (Mentoren) geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen an unerfahrenere Mitarbeiter (Mentees) weiter. Ein Mentor übernimmt gleich mehrere Rollen und Aufgaben: Er ist Vorbild, Ratgeber, Coach, Kritiker und Förderer. Er hat die Aufgabe, die Karriere des Mentees zukunftsgerichtet zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern. Als Türöffner unterstützt er seinen Schützling auch dabei, individuelle Karriereziele zu erreichen oder ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen.

Welche Vorteile bieten Mentoring-Programme in Unternehmen?

Für das Unternehmen bringt das Mentoring eine Reihe von Vorteilen mit. Dazu gehören:

Wissenstransfer zwischen den Generationen

Mentoring basiert auf dem Prinzip des Wissenstransfers. Durch den gezielten Austausch an Wissen und Erfahrungen zwischen den Generationen, bleibt die Expertise im Unternehmen verankert.

Gezielte Talentförderung

Indem ein Mentor Wissen und Erfahrungen an seinen Mentee weitergibt, schult es intern das fehlende Know-how und die fehlenden Kompetenzen. Dies hilft dabei, Trainees, Junioren oder auch Team-Leads gezielt auf die Anforderungen am Arbeitsplatz vorzubereiten.

Persönlichkeitsentwicklung durch Feedbackkultur

Stimmt das Selbstbild der eigenen Leistung mit dem des Chefs überein? Und was denken die Kollegen? Ganz gleich ob auf Unternehmens- oder individueller Ebene: Innerhalb agiler Strukturen wird offenes Feedback immer wichtiger. Mentoring-Programme fördern eine offene Feedback-Kultur und pushen im Idealfall den regelmäßigen Austausch zwischen Mentor und Mentee. Mentees lernen so, konstruktives Feedback zu äußern und anzunehmen. Sie lernen außerdem, wie sie flexibel auf die immer wieder neuen Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt reagieren, die der digitale Wandel mit sich bringt. Insbesondere motiviert Feedback Mitarbeiter zu besseren Leistungen.


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Mentoring als wichtiges HR-Instrument

Durch die gezielte Partnerschaft zwischen Mentor und Mentee lässt sich die Einarbeitung neuer Mitarbeiter verkürzen oder an ganze Teams delegieren. Immerhin funktioniert ein neues Talent wie eine Weiterbildung für routinierte Mitarbeiter. Mentoring fördert hier neue Denk- und Arbeitsweisen. Auch erhält der Mentor neue Denkanstöße und erkennt neue Wege. Denn je höher ein Manager steigt, umso einsamer wird es. Oder Unternehmen sparen Kosten für Fort- und Weiterbildung, wenn sich die Mitarbeiter generationsübergreifend unterstützen. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass ein unternehmensinternes Mentoring-Programm mit einem geringeren Aufwand verbunden als externe Schulungen oder Coachings.

Mentoring dient der langfristigen Mitarbeiterbindung

Junge Talente erwarten von ihrem Arbeitgeber nicht nur gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Vielmehr begrüßen sie es ausdrücklich, wenn ein erfahrener Mentor ihnen persönliches und Fachwissen weitergibt und so ihre Karriereentwicklung gezielt fördert.

Mentoring entwickelt Führungskompetenzen weiter

Auch die erfahrenste Führungskraft profitiert von Mentoring. Besonders wenn die Verantwortung im Unternehmen weiter wächst, sind regelmäßiger Austausch, Feedback und neue Kompetenzen enorm wichtig. Allerdings muss sich der Mentor nicht im eigenen Unternehmen befinden: Mark Zuckerberg hatte beispielsweise, trotz des enormen Erfolges von Facebook, Steve Jobs als Mentor an seiner Seite.

Wie lässt sich Mentoring in Unternehmen umsetzen?

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen die 6 wichtigsten Schritte für ein erfolgreiches Mentoring in Unternehmen.

Schritt 1: Zusammenführen von Mentor und Mentee

Um zu prüfen, ob das Mentoring sinnvoll ist und die Chemie zwischen Mentor und Mentee stimmt, müssen sich beide Parteien kennenlernen. Beiden muss bewusst sein, dass Mentoring auf einen längeren Zeitraum ausgelegt ist. Bei der Suche nach einem optimalen Mentor unterstützt oftmals die HR-Abteilung und baut gemeinsam mit dem Mentee eine vertrauensvolle Gesprächsbasis auf. Für größere Unternehmen eignet sich die Partnersuche auch über sogenannte Speed Datings.

Schritt 2: Rahmenbedingungen definieren und festlegen

Nachdem sich Mentor und Mentee kennen- und schätzen gelernt haben, müssen sie gemeinsam Rahmenbedingungen festlegen. Hierzu gehören die Ziele, der Zeitraum, die Orte, die Treffpunkte und die Kommunikationskanäle, die individuellen Erwartungen von Mentor und Mentee sowie die Grenzen des Mentorenprogramms.

Schritt 3: Themen auswählen und festzurren

Je nach Branche, Position, Karriere-Level und Mitarbeiterverhältnis untereinander variieren Mentoring-Themen. Unternehmen, die Mentoring-Programme bereits erfolgreich implementiert haben, gehen in dieser Gesprächsphase insbesondere auf folgende Fragen ein:

  • Welches sind aktuell die wichtigsten Themen und Probleme am Arbeitsplatz?
  • Wie ist die Beziehung zu Chef und Kollegen?
  • Wie gelingt effizienteres Arbeiten?
  • Wie gelingt der Umgang mit neuen Technologien?
  • Wie können Mentees ihre individuellen Ziele erreichen; z. B. Beförderung, Gehaltserhöhung oder Erwerb neuer Fähigkeiten
  • Wie können Mentor und Mentee ein hilfreiches Netzwerk aufbauen? Und wie kann der Mentor dabei unterstützen, die richtigen Kontakte kennenzulernen?
  • Was treibt den Mentee intrinsisch an, um motivierter und zufriedenener erfolgreiche Leistungen abzuliefern?

Schritt 4: Die Mentoring-Arbeit durchführen

Sind Rahmenbedingungen und Mentoring-Themen festgelegt, kann das eigentliche Mentoring beginnen. Dieses nimmt während der Partnerschaft den größten Raum ein. Der Mentor benötigt hier keinerlei Coaching-Expertise oder anderweitige Kompetenzen. Seine Qualifikation besteht vor allem in seiner beruflichen Erfahrung. Aber nicht nur: Vertrauen, Kommunikation und ein professioneller Umgang zwischen Mentor und Mentee sind erfolgsentscheidend. Hinzu kommen Empathie, diplomatisches Geschick und Verständnis. Außerdem muss der Mentor kritikfähig und einem (oftmals) unerfahreneren Mitarbeiter gegenüber positiv und offen eingestellt sein.

Schritt 5: Das Mentoring evaluieren, auswerten und optimieren

Mentor und Mentee sollten den Mentoring-Erfolg nach Abschluss der zuvor festgelegten Zeit gemeinsam evaluieren und auswerten. Beispielsweise bei einem Abschlusstreffen, das umfassend auf die Mentoring-Ziele und die eigentliche Partnerschaft eingeht. Oft hilft die Anwesenheit einer objektiven Person, wie z. B. aus der HR-Abteilung oder eine Führungskraft. Abschließend sollten die Tandempartner Maßnahmen und Vorschläge für die Zukunft des Mentees ableiten und mit ihrem Input das Mentoring-Programm optimieren.

Schritt 6: In Kontakt bleiben

Auch wenn das Mentorenprogramm offiziell beendet ist, sollten sich Mentor und Mentee auch künftig unterstützen und in Kontakt bleiben. Vielleicht sogar mit vertauschten Rollen.

 

Fazit

Wer eine digitale Unternehmenskultur schafft, begeistert talentierte Nachwuchskräfte für sich. Wer indes traditionelle Hierarchien bereitstellt, riskiert, dass die besten jungen Mitarbeiter müde abwinken Längst sind sie nicht mehr darauf angewiesen, sich auf eine vorgegebene Arbeitsweise einzulassen. Möchten Unternehmen also den Kampf um die besten Talente gewinnen, müssen sie eine Arbeitsumgebung schaffen, die sich auf die Erwartungen der Generation Y und Z einstellt. Dabei dürfen Firmen die Wünsche der etablierten Generationen nicht aus den Augen verlieren. Unternehmensinterne Mentoring-Programme schöpfen das Potenzial der verschiedenen Mitarbeitergenerationen effektiv aus. Organisationen erhalten so einen Vorsprung, ihre Mitarbeiter gezielt auf ihre Bedürfnisse vorzubereiten und diese Menschen mit dem Wissen und den Kompetenzen auszustatten. Für alle Beteiligten gilt: Gutes Mentoring zahlt sich aus. Mitarbeiter und Führungskräfte meistern damit gezielt die Herausforderungen des demografischen Wandels. Gleichzeitig motivieren sie ihre Mitarbeiter, sorgen für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz sowie für eine langfristige Mitarbeiterbindung.


Die eigenen Mitarbeiter verhelfen Unternehmen langfristig zum Erfolg. Aus diesem Grund wurde das Digital Marketing und Leadership Programm entwickelt, das Mitarbeiter und Führungskräfte fit für die Herausforderungen des digitalen Wandels macht. Hier erhalten Sie weitere Informationen:

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Themen: Marketing Leadership

Franca Garff

Geschrieben von Franca Garff

Franca Garff studiert Digitale Medien an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation. Als Werkstudentin bei AVADO Learning GmbH teilt sie ihr Wissen rund um digitale Trends und Generation Z auf dem Squared Online Blog.