Mobile First Index: Überblick und 9 hilfreiche SEO-Tipps

Geschrieben von Louisa Wanjek - veröffentlicht am 02.11.2018 16:17:07

Im April dieses Jahres hat Google den Mobile First Index ausgerollt und damit auf die steigende Nutzung mobiler Endgeräte geantwortet. Damit ist die Bedeutung mobil optimierter Websites noch einmal angestiegen. Louisa Wanjek von der artaxo GmbH fasst den Mobile First Index zusammen und gibt neun Tipps zur mobilen Website-Optimierung.

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Regelmäßig erläutern Ihnen Experten der Online Marketing Agentur artaxo relevante Themen aus dem Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO). 

Weitere Beiträge aus der Reihe können Sie hier nachlesen:

Was ist der Mobile First Index?

Beim Mobile First Index dreht sich alles um die mobile Suche. Mobile First bedeutet, dass Google Websites primär anhand ihrer mobilen Version bewertet und indexiert, anstatt wie bislang basierend auf der Desktop-Version. Weiterhin gibt es nur einen Index. Dessen Grundlage hat sich lediglich geändert. Das bedeutet, dass nun die Inhalte der mobilen Seiten ausschlaggebend für das Ranking sind. Erstmals angekündigt wurde der Mobile First Index im November 2016. Offiziell eingeführt wurde er im April 2018. Anhand der priorisierten Bewertung von mobilen Inhalten, möchte Google den mobilen Nutzern dabei helfen, ihre Suchanfragen passend zu beantworten. Damit ist diese Veränderung eine Antwort auf die steigende Nutzung der mobilen Suche: Schätzungsweise erfolgen 57 Prozent des Such-Traffics über mobile Endgeräte.

Was bedeutet der Mobile First Index für SEO?

Jede Website sollte im Zuge der zunehmenden Digitalisierung über eine mobil optimierte Version verfügen. Wichtig ist dabei: Optimieren Sie Ihre Website nicht nur für mobile Endgeräte, weil Google dies empfiehlt. Denken Sie vor allem an Ihre Nutzer und beantworten Sie dabei folgende Fragen:

Welche Inhalte interessieren die Nutzer? Wie finden diese den Content schnell? Wie kann die Nutzbarkeit der Website möglichst angenehm gestaltet werden?

Agieren Sie hierbei nach dem Motto „User First“. Achten Sie dabei auch auf veränderte Umstände, die die mobile Suche mit sich bringt. Dazu gehören z. B. ein anderes Such- und Nutzungsverhalten auf mobilen Endgeräten, als auf Desktop sowie eine andere Darstellung in den SERPs. Mit der mobilen Optimierung Ihrer Websites können Sie diese Veränderungen adressieren. Dafür haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Responsiven Design: Ihre Website hat eine Version, die über CSS automatisch an die Bildschirmgröße des Geräts angepasst wird. Laut Google ist dies der empfohlene Ansatz.
  • Dynamische Bereitstellung: Je nach Endgerät werden den Nutzern verschiedene Inhalte Ihrer Website angezeigt. Der Server übermittelt unter derselben URL je nach Gerät verschiedene HTML-Versionen.
  • Unterschiedliche URLs: Zu jeder Desktop-URL gehört eine URL, die die Inhalte für mobile Endgeräte optimiert darstellt („m.dot-Site“). Es existieren also zwei Versionen Ihrer Website, eine für Desktop, eine für Mobile.

Warum empfiehlt Google responsives Webdesign?

Es gibt viele Gründe, warum responsives Design bevorzugt wird. Im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten gibt es hierbei nur eine Website-Version, weshalb der Entwicklungs- und Pflegeaufwand sowie die Fehleranfälligkeit geringer ausfallen. Zudem wird weniger Crawl-Budget benötigt, da die Website nur einmal gecrawlt werden muss, um alle Versionen der Inhalte aufzuspüren. Indirekt können dadurch mehr Inhalte indexiert und aktuell gehalten werden.

Auch aus Nutzersicht sprechen einige Vorteile für responsives Design. So passt sich die Website immer automatisch dem jeweiligen Endgerät an und die Ladezeiten sind aufgrund der nicht benötigten Weiterleitungen kürzer.

Wann sollten Website-Betreiber handeln?

Laut Google müssen Website-Betreiber mit folgenden Voraussetzungen nichts an ihrer Website ändern: Die Website hat ein responsives Webdesign oder die Website hat die dynamische Bereitstellung von Inhalten fehlerfrei implementiert (äquivalente Inhalte und Markups für mobile und Desktop). Sollte dies nicht der Fall sein, sind Optimierungsmaßnahmen erforderlich. Mit den folgenden neun SEO-Tipps können Sie Ihre Website fit für den Mobile First Index machen.

9 SEO-Tipps für den Mobile First Index

1. Status der Website überprüfen

Nutzen Sie Programme wie das Mobile-Friendly Tool von Google, um herauszufinden, ob Ihre Website für Mobilgeräte optimiert ist.

2. Beide Website-Versionen verifizieren

Wenn Sie eine mobile Seite haben, diese aber bislang nicht in der Google Search Console eingetragen haben, sollten Sie dies dringend tun. Dadurch vermitteln Sie der Suchmaschine die Existenz dieser Webseiten-Version.

3. Mobile Ladezeiten optimieren

Seit dem Google Page Speed Update im Juli 2018 ist die Ladezeit auf mobilen Endgeräten ein Ranking-Faktor. Je schneller Ihre Website lädt, desto besser. Google empfiehlt eine Höchstdauer von 3 Sekunden. Ihre Ladezeit können Sie mit verschiedenen Maßnahmen verringern, wie z. B. der Bildoptimierung, Reduzierung von 301-Weiterleitungen oder Verringerung von CSS- und HTML-Ressourcen. Das Tool PageSpeed Insights von Google analysiert Ihre Website und liefert hilfreiche Tipps zur Verbesserung der Geschwindigkeit.

4. Strukturierte Daten nutzen

Strukturierte Daten helfen der Suchmaschine, die Inhalte Ihrer Website leichter zu verstehen. Für beide Website-Versionen sollten Sie strukturierte Daten nutzen, die zudem übereinstimmen. Vergleichen Sie beide Versionen Ihrer Website mit dem Testtool für strukturierte Daten.

5. Metadaten optimieren

All Ihre URLs sollten über vollständige Metadaten verfügen, die für beide Website-Versionen gleichwertig sind. Die Meta-Angaben beider Versionen sollten also dieselben Informationen und Keywords beinhalten. Title und Description für die mobile Version können etwas kürzer ausfallen. Empfehlenswert sind aktuell ein Title von etwa 65 Zeichen und eine Description von 100-145 Zeichen. Zum Überprüfen bietet sich z. B. der Serpsimulator an.

6. Crawling ermöglichen

Sorgen Sie dafür, dass Ihre mobile Website für den Google Bot zugänglich ist. Hierfür sollten Sie in der robots.txt-Datei im Stammverzeichnis Ihrer Website definieren, auf welche Abschnitte Ihrer Website der Desktop- und auf welche der mobile-Crawler zugreifen darf. Zum Überprüfen ist das robots.txt Testing Tool hilfreich.

7. Hreflang-Links überprüfen

Wenn Sie eine mehrsprachige Website haben, sollten Sie Ihre Hreflang-Links überprüfen und zwischen mobilen und Desktop-URLs separate Verknüpfungen herstellen. Dies bedeutet: Die Links Ihrer mobilen Website müssen auf die mobile Version der anderen Sprachvarianten verweisen und die Links der Desktop-Version auf die jeweiligen Desktop-URLs.

8. Content anpassen

Wenn Sie eine separate mobile Website-Version haben, sollten Sie sicherstellen, dass dort alle wichtigen Inhalte der Desktop-Version vorhanden sind. Dazu gehören neben den Texten auch Bilder und Videos. Sorgen Sie dafür, dass die Formate gecrawlt und indexiert werden können, z. B. mit Alt-Attributen für Bilder. Besonders wichtig ist zudem die „Daumenfreundlichkeit“ der mobilen Website: Buttons sollten z. B. leicht anklickbar und die Schrift gut leserlich sein. Testen Sie dies umfassend.

9. Ausreichend Server-Kapazität schaffen

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Server eine steigende Crawling-Frequenz verarbeiten kann.

 

Fazit

Sofern Sie bislang nur über eine Desktop-Version Ihrer Website verfügen, wird Google diese auch weiterhin beim Ranking berücksichtigen, allerdings mit dem mobilen Crawler. Es kann also sein, dass Ihre Website schlechter rankt, als mobil-optimierte Websites. Wenn Sie eine mobile Version erstellen, sollten Sie dies nicht vorschnell tun. Laut Google kann eine funktionierende Desktop-Website besser sein als eine kaputte, unvollständige mobile Version. Launchen Sie Ihre mobile Website daher erst, wenn diese auch wirklich fertig ist.


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Louisa Wanjek

Geschrieben von Louisa Wanjek

Louisa Wanjek ist als Social Media & PR Managerin bei artaxo GmbH tätig. Die artaxo GmbH ist eine Hamburger Online Marketing Agentur, die über einzigartige Fach- und Marktkenntnisse in den Bereichen SEO und Content Marketing verfügt.