Digitale Disruption in der Bildung

Geschrieben von Anna Herch - veröffentlicht am 08.02.2017 12:18:09

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Digitale Entwicklung des Bildungssektors

Education Consultuant Marc Prensky prägte den Begriff der Digital Natives. In seinem Artikel “Digital Natives, Digital Immigrants” aus dem Jahr 2001, macht er deutlich, dass er die Schuld am Rückgang aktueller Bildung in Amerika bei den Lehrbeauftragten sieht, denen es nicht gelingt, den modernen Bedürfnissen der Schüler nachzukommen. Dabei verdeutlicht er, dass Schüler, die in einem Zeitalter digitaler Technologien und neuer Medien aufgewachsen sind (Jahrgang 1980 oder jünger) ein medienreiches Lernumfeld brauchen, das sie in Anlehnung an ihre Bedürfnisse fördert.

Projeziert man die Aussage Penskys auf den deutschen Bildungsmarkt lassen sich Parallelen feststellen. 2014 macht eine Case Study der Universität Paderborn klar:

  • die Technik in deutschen Bildungseinrichtungen ist zu veraltet,
  • das Internet ist  oft zu langsam, um digitale Medien sinnvoll im Unterricht nutzen zu können,
  • die ICILS-Studie zeigt, dass Deutschland beim Thema digitale Bildung noch einiges aufzuholen hat,
  • es mangelt vor allem an einer guten Internetverbindung, genügend Hardware und die Zeit im Lehrplan fehlt, um Digital zu integrieren.

Für die digitalen Neuerungen kündigte die Bundesbildungsministerin, Johanna Wanka, im Oktober eine Investition in Höhe von fünf Milliarden Euro an. Damit sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren moderne Technologien und Lehrmethoden an Schulen etabliert werden.

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Auswirkungen auf die berufliche Weiterbildung in Unternehmen

Leichter als im Schulwesen hat der digitale Fortschritt Einzug in die betriebliche Weiterbildung gefunden. Das liegt nicht nur daran, dass immer mehr digital Natives auf den Arbeitsmarkt drängen, sondern auch daran, dass viele Unternehmen die Notwendigkeit ihrer Digitalisierung erkannt und mit den Veränderungen ihrer internen Prozesse begonnen haben.

  • Mitarbeiter müssen auf die Veränderungen vorbereitet,
  • gezielt gefördert und
  • ihnen die Möglichkeit gegeben werden, sich mit den technologischen Entwicklungen auseinanderzusetzen, die es für die Digitalisierung bedarf.

Im Februar stellte Sigmar Gabriel auf der Cebit einen Reformplan zur Digitalisierung bis 2025 vor, in dem auch eine digitale Reform des Weiterbildungssektors vorgesehen ist. Vor Allem die Entwicklung digitaler Lernformate steht dabei im Vordergrund, um Arbeitnehmern die Inhalte ihrer Weiterbildung von überall und zu jeder Uhrzeit anbieten zu können. In der Agenda 2025 heißt es dazu: “Wir brauchen eine von allen Stakeholdern getragene Strategie “Digitales Lernen”. Digitale Technologie sollte nicht pauschal abgewehrt werden, sondern offen und reflektiert zum Kernbestandteil eines auf Selbstbestimmung angelegten Bildungsauftrags werden.”

Wie können Mitarbeiter von digitaler Weiterbildung profitieren?

Die Annahme ist, dass die digitale Förderung von Mitarbeitern in Zukunft immer intensiver wird und sich Unternehmen rechtzeitig informieren müssen, wie sie mit den digitalen Veränderungen mithalten können. Wenn dieser Bedarf erkannt wird, haben sie ein großes Potential die Mitarbeiter auf dem Weg zu digitalisierten Unternehmensprozessen zu fördern.

Ein erster Schritt wäre zum Beispiel das Angebot virtueller Trainingsmöglichkeiten.

Vorteile für Arbeitgeber:

  • Arbeitnehmer lassen sich gezielt schulen, um digitale Zusammenhänge zu verstehen,
  • digitale Potenziale können identifiziert werden und
  • in einen nachhaltigen Geschäftserfolg verwandelt werden.
  • Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsumfeld, in dem die persönliche Entwicklung möglich ist.
  • Mitarbeiter können langfristig ans Unternehmen gebunden werden.

Gleichzeitig kann durch interne digitale Prozesse ein Gedankenaustausch zwischen den Teams und eine nähere Zusammenarbeit für gemeinsame Unternehmensziele stattfinden. Dadurch können innovative Ideen weiterentwickelt werden und ergeben womöglich eine disruptive Geschäftsidee, die sich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Ein erster Schritt ist eine interne Bestandsaufnahmen, um herauszufinden, in welchem Bereich es an Förderung bedarf und wie der Bedarf gedeckt werden kann.

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Themen: Digital Marketing, Artikel

Anna Herch

Geschrieben von Anna Herch

Anna Herch war bis 2017 als Brand & Content Managerin bei AVADO Learning GmbH tätig, Experte für virtuelles Lernen rund um die Digitale Transformation.